Kontoauszüge gefälscht

BALVE ▪ Ein 30-jährige Lagerarbeiter aus Balve musste sich am Montag wegen versuchten Betruges und Urkundenfälschung vor Strafrichter Manuel Ginzel am Amtsgericht Unna verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund warf dem Mann vor, am 11. November 2010 Kontoauszüge seiner Mendener Bank gefälscht zu haben. Konkret ging es um ausstehende Zahlungen an seinen Vermieter. Die Überweisungen fügte er selbst in den Kontoauszügen der Bank ein, um sie womöglich in einem Zivilprozess einzusetzen. Dazu kam es nicht mehr, der Schwindel flog auf.

Drei Mitarbeiter der Mendener Bank waren als Zeugen geladen. Sie musste jedoch nicht mehr gehört werden, denn der Beschuldigte räumte recht freimütig ein, dass es sich bei den Dokumenten tatsächlich um Fälschungen handelte. „Aber“, begann der Anwalt des 30-Jährigen seine Argumentation, „er ist ja nicht der einzige, der seinerzeit von dieser Sache profitiert hätte. Es ist eigentlich ja nicht meine Aufgabe, die Staatsanwaltschaft auf derartige Ermittlungspannen hinzuweisen. Aber auch die Freundin meines Mandanten war damals Partei“, sagte der Anwalt – und deutete damit an, dass nicht nur sein Mandant als Verdächtiger in Betracht komme.

Zuvor hatten Staatsanwältin und Gericht dem Angeklagten angeboten, das Strafverfahren gegen Zahlung einer Geldbuße einzustellen. „Er hat sich sonst ja nichts zu Schulden kommen lassen und eingesetzt wurden die Fälschungen nicht – deshalb wäre es in Ordnung, die Sache auf sich beruhen zu lassen. 450 Euro Geldbuße müssten aber gezahlt werden“, so der Richter. Nach einer Beratung ging die Verteidigung auf den Vorschlag ein. Der 30-Jährige wird in monatlichen Raten seiner Verpflichtung nachkommen. ▪ jek

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