Ausweitung um 86 Hektar geplant

Auf Konfrontationskurs: Bürgerinitiative möchte Erweiterung des Steinbruchs verhindern

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Volles Haus in der Schützenhalle: Zur Informationsveranstaltung kamen rund 280 Bürger in die Schützenhalle.

Eisborn - „Lasst uns zusammen für unsere Heimat kämpfen!“, forderte Hans-Dieter Kolossa, Schriftführer der Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung Eisborn/Asbeck (BGS), am Mittwoch.

Rund 280 Personen aus den betroffenen Ortsteilen Eisborn, Asbeck und Böingsen, aber auch Eisborns Ortsvorsteher Martin Danne, Ratsmitglied Hubert Sauer, Bürgermeister Hubertus Mühling und Sebastian Arlt als 1. Beigeordneter der Stadt Menden, waren zur Informationsveranstaltung der BGS nach Eisborn in die Schützenhalle gekommen. 

Es wurden klare Worte gesprochen in dieser Versammlung, in der die BGS nach Wegen suchte, die geplante Steinbrucherweiterung der Lhoist-Gruppe um 86 Hektar in Richtung Asbeck zu verhindern. 

500.000 Lastwagen-Ladungen?

„Wir hätten über Jahrzehnte eine Deponie vor Ort“, befürchtete Matthias Aust, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative. Denn im Rahmen dieser Erweiterung würden mindestens zehn Millionen Kubikmeter Bodenmaterial bewegt werden müssen, hatte er recherchiert: „Das sind 500 000 Lastwagen-Ladungen. Hinzu kommen Planierraupen und Verdichtungsfahrzeuge.“ 

Michael Hirt als Vorsitzender der BGS rechnet im Falle der Steinbruch-Vergrößerung mit erheblichen Eingriffen in die Natur: „Die heimische Tier- und Pflanzenwelt ist dann der erste Verlierer.“ Auf dem „Beil“ seien bereits Fakten geschaffen und Kalkbuchen sowie Höhlenbäume, die durch ihren Wuchs Unterschlupf für Tiere böten, gefällt worden. Das habe die Bürgerinitiative nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern Ende April Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises gegen Lhoist erstattet. 

Bürgermeister gibt sich zurückhaltend

„Wir haben zudem Einspruch- und Klagerecht gegen den Regionalplan“, sagte Kolossa. Der Eisborner wies darauf hin, dass das Ziel der BGS keine Verzögerung der Erweiterung, sondern vielmehr eine komplette Verhinderung sei. In diese Bemühungen möchten die Wortführer auch die Städte Balve und Menden einbinden. 

Balves Bürgermeister Hubertus Mühling gab sich allerdings eher zurückhaltend. So begrüßte er zwar den Einsatz der Bürgerinitiative, warb aber auch für den Dialog mit der Lhoist-Gruppe. In dieser Sache informierte Klaus Brunsmeier, Vorstandsmitglied des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und beratendes Mitglied im Regionalrat der Bezirksregierung Arnsberg: „Der von Lhoist gesuchte Dialog mit den Bürgern ist gesetzlich vorgeschrieben.“ So sei die im April durchgeführte Veranstaltung kein Zeichen des guten Willens, sondern vielmehr eine zwingende Notwendigkeit gewesen. Sein Rat an die Bürgerinitiative: „Gewinnen sie Politiker für ihre Ziele und Zwecke.“ Und dies, indem der Kontakt mit den 15 Kommunalpolitikern im Regionalrat als Entscheidungsgremium gesucht werde. 

Stadt müsste Flächen verkaufen

Denn: „Der Einsatz lohnt“, fand Klaus Korn, BUND- und BGS-Mitglied, denn die Steinindustrie hätte schon seit zehn Jahren mit der Entwertung der Landschaft durch unsachgemäße Forstwirtschaft angefangen. Inzwischen sei ein Büro beauftragt worden, Ausgleichsflächen zu finden. 

Dass die Erweiterung des Steinbruchs erst durch den Verkauf wesentlicher Flächen, die sich derzeit in Privatbesitz befinden, realisiert werden könnte, nahmen die Besucher interessiert zur Kenntnis. Ebenso die Tatsache, dass auf dem vorgesehenen Abbau-Areal zwei Wege liegen, 2911 und 1707 Quadratmeter, die sich im Eigentum der Stadt Balve befinden. Über den eventuellen Verkauf dieser Flächen, so der Bürgermeister, entscheide der Rat der Stadt Balve. 

Dass Immobilien in der Nähe des Erweiterungsgebietes in Zukunft an Wert verlieren können, sei Sache des Marktes mit Angebot und Nachfrage, erklärte Mühling weiterhin. Die Stadt könne keinen Ausgleich vornehmen.

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