Kommunalpolitiker demonstrieren Einigkeit

Lorenz Schnadt nennt das Baugebiet Schmandsack einen „Wahlkampfhit“.

Balve - Ein Thema bewegt die Balver so sehr wie kein anderes: der drohende Verlust des Schulstandortes Balve. Rund eine Stunde haben interessierte Bürger am Dienstag darüber mit den Bürgermeisterkandidaten Hubertus Mühling (CDU), Lorenz Schnadt (UWG) und dem SPD-Ratskandidaten Cay Schmidt diskutiert.

Eigentlich habe er im Rahmen der Diskussionsrunde, an der rund 50 Personen in der Volkshochschule Balve teilnahmen, noch viele weitere Themen ansprechen wollen, betonte Achim Puhl am Ende der fast zweistündigen Veranstaltung. Doch der Leiter der VHS Menden-Hemer-Balve erkannte, wo der Schuh die Hönnestädter gewaltig drückt und berücksichtigte die vielen kritischen Nachfragen zum Thema Schule. Dabei zeigte sich deutlich: Die Balver Kommunalpolitiker aller Couleur haben sich fest vorgenommen, diesbezüglich zukünftig an einem Strang zu ziehen.

Wie berichtet können die Eingangsklassen sowohl der Haupt-, als auch der Realschule nur gebildet werden, nachdem die Bezirksregierung eine Sondergenehmigung erteilt hat – zu wenig Kinder wurden angemeldet. CDU-Kandidat Hubertus Mühling wies zum einen auf den demografischen Wandel hin, zum anderen auf das Wahlverhalten der Eltern, die ihre Kinder bevorzugt an einer Schule mit gymnasialem Zweig anmelden würden.

Ein solches Schulmodell habe die UWG einst für die Hönnestadt vorgeschlagen, betonte Lorenz Schnadt: „Eine Sekundarschule mit gymnasialem Zweig, das hätten wir unterstützt. Die Sekundarschule ohne gymnasialen Zweig wollten wir nicht.“

Auf wiederholte Nachfrage aus dem Publikum, warum nicht jetzt eine solche Sekundar- oder eine Gesamtschule beantragt werde, erklärte Schnadt: „Der Zug ist heute abgefahren, die Chance vertan.“ Cay Schmidt verdeutlichte: „Die Bezirksregierung würde eine solche Schule aufgrund der Kinderzahlen nicht mehr genehmigen.“

Jetzt sei es wichtig, das Image der Balver Haupt- und der Realschule zu verbessern. Gute Projekte müssten beworben werden, erklärten Mühling und Schnadt. Dennoch werde die Hauptschule auf lange Sicht keine Zukunft haben, beantwortete Hubertus Mühling auf die Frage eines besorgten Bürgers. „Wenn wir den Schulstandort Balve erhalten wollen, müssen wir uns langfristig mit Neuenrade zusammensetzen.“ Es gelte eine Schullandschaft mit zwei Standorten unter einem Dach zu kreieren. Auch Schnadt erklärte, nur eine Kooperation mit einer anderen Kommune könne den Schulstandort Balve retten. Schmidt stimmte dem zu, betonte aber: „Die Zeit drängt, wir müssen bald agieren.“ Weniger Einigkeit demonstrierten die Kommunalpolitiker auf dem Podium, als Puhl das Thema Baugebiete ansprach. Mühling betonte, es sei richtig und wichtig das Baugebiet Schmandsack zu erschließen. Die Zielgruppe seien jungen Familien. Vorteilhaft sei, dass sie Stadt die Erschließung selbst in die Hand nehmen könne.

Schnadt dagegen nannte das Gebiet Schmandsack einen „Wahlkampfhit“. Es sei fraglich, ob ein so großes Gebiet gebraucht werde. „Es stehen inzwischen so viele Häuser leer“, meinte er. Zudem hätten die Grundstücke bis zu 19 Prozent Gefälle. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Stadt bei der Erschließung in Vorleistung treten muss“, stellte er mit Blick auf die finanzielle Situation der Stadt fest.

Abschließend ließ Puhl die Politiker den folgenden Satz beenden: Wählt mich (wieder) und ich werde... „...mich auf jeden Fall für die Stadt einsetzen und dafür sorgen, dass der Haushalt wieder zusammenkommt“, komplettierte Schnadt. Mühling erklärte: „...weiterhin als Bürgermeister nah bei den Menschen sein und weiterhin auch die Arbeit von zwei Fachbereichsleitern übernehmen und so zwei Stellen einsparen, wie schon in den vergangenen zehn Jahren.“

Von Carla Witt

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