Kommt das Aus für den Balver Vorkindergarten?

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Der Vorkindergarten kann sich mit seinem „Spezialangebot“ auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ab etwa zwei Jahren und ihrer Eltern einstellen. Allerdings ist sein Angebot zuletzt immer weniger gefragt. ▪

BALVE ▪ Seit mehr als 36 Jahren betreut der Vorkindergarten in der Alten Winterschule an fünf Vormittagen Kinder, die in anderen Einrichtungen keinen bedarfsgerechten Platz finden können. Jetzt steht er möglicherweise vor dem Aus.

Das Angebot des Vorkindergartens kommt vor allem den Eltern zugute, die nur zu bestimmten Zeiten und ohne längerfristige Verpflichtung eine kurzfristigen Entlastung für sich selbst benötigen. Damit hat der Vorkindergarten in den vergangen Jahrzehnten viele junge Familien wirksam unterstützen können. Inzwischen gibt es aber neue landesrechtliche Regelungen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Damit sollen diese Kinder entweder in Kindertageseinrichtungen oder in der Kindertagespflege untergebracht werden. Das hat Auswirkungen auf die Betreuungszahlen. Sie entwickeln sich ohnehin rückläufig, stellt das Betreuerinnenteam seit längerem fest.

Grund genug für Klaus Gödtner, den 1. Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Jugendhilfe in Balve, seinen Vorstand einzuberufen, um die aktuelle Lage sowie die weitere mögliche Entwicklung zu beraten. Ist ein Bedarf für den Vorkindergarten mit seinem speziellen Angebot noch vorhanden? Wie wird sich die Nachfrage entwickeln? Kann die Betreuung weiterhin finanziert werden? Rudolf Rath berichtete zur Klärung dieser Fragen über Informationen, die Vertreter der Fachberatung beim Jugendamt des Märkischen Kreises erst vor wenigen Tagen im Beisein des Betreuungsteams gegeben hatten.

Wird der Vorkindergarten seinen 40. Geburtstag nicht mehr erleben? Diese zentrale Frage wollten die Vorstandsmitglieder bei dieser Sitzung noch nicht abschließend beantworten. Die Entscheidung liege in den Händen der Mitgliederversammlung. Sie wird jährlich, gewöhnlich im November, einberufen. Und so will der Vorstand diesen Zeitraum von knapp zehn Monaten nutzen, um einen weiteren – wohl auch letzten – Versuch zu starten: Sollte sich die Nachfrage nach dem speziellen Angebot des Vorkindergartens verstärken, könnte damit die künftige Finanzierung gesichert werden. Für die Mitgliederversammlung wäre das ein klares Signal für ihre Entscheidung. Im anderen Fall, so der Vorstand, müsse er aus seiner wirtschaftlichen Verantwortung heraus dort eine Schließung der Einrichtung empfehlen. Allerdings werde eine solche Schließung des Vorkindergartens dann frühestens zum Ablauf des Kindergartenjahres, also Mitte 2012, wirksam. So könnten sich selbst Kinder und Eltern, die sich in den nächsten Monaten anmelden, rechtzeitig auf einen Wechsel einstellen, falls der dann tatsächlich unausweichlich sei.

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