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Über das Ziel hinaus

VON VOLKER GRIESE

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Wenn Sigrid Schmidt und Eva Buderus der Balver SPD da mal keinen Bärendienst erwiesen haben! Sicherlich war das Verhalten der Delegierten Eva Buderus bei der Wahlkreiskonferenz fragwürdig. Immerhin hat sie damit ganz klar gegen die Interessen des Ortsvereins verstoßen, der sie zur Wahl des Landtagskandidaten entsandt hatte. Darauf jedoch gleich mit einem Missbilligungsantrag zu reagieren, der zudem auch noch vor den Augen und Ohren der Öffentlichkeit in einer Jahreshauptversammlung diskutiert wurde, war überzogen. Hätte man das – zumal in einem so kleinen Ortsverein wie Balve – nicht anders regeln können? Musste dieser Weg gewählt werden, der das Risiko birgt, die unzweifelhaften Verdienste von Eva Buderus infrage zu stellen? Andererseits: Muss die dermaßen vor das Parteitribunal Gezerrte darauf sofort mit der Androhung eines Parteiaustritts reagieren? Damit bestraft sie schließlich die gesamte Partei und nicht nur die ungeliebten Genossen vor Ort. Ganz ohne Zweifel haben in dieser Angelegenheit beide Seiten über das Ziel hinausgeschossen. Die Quittung dafür könnte der SPD-Ortsverein in den nächsten Wochen und Monaten erhalten. Wenn der Vorsitzende Cay Schmidt in derselben Versammlung das Ziel ausgibt, neue Mitglieder gewinnen zu wollen, kann er das nur unter Ausblendung des parteiinternen Streits getan haben. Ein Ortsverein, der nach außen das Bild eines zerstrittenen Haufens abgibt, dürfte für Menschen, die sich politisch für die Stadt Balve engagieren wollen, wohl kaum attraktiv sein. Die Balver Sozialdemokraten sind gut beraten, sich auf das zu konzentrieren, wofür sie bei der Kommunalwahl vor zehn Monaten immerhin noch 11,2 Prozent der Balver gewählt haben. Dazu gehören ganz bestimmt nicht die Grabenkämpfe zwischen verdienstvollen ehemaligen und ihren eigenen Weg suchenden aktuellen Kommunalpolitikern.

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