Kolpingforum: Infos über den „Katabombenpakt“

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Pfarrer Norbert Arntz stellte den „Katakombenpakt“ vor.

Balve -  Licht in die Ereignisse des 16. November 1965, bekannt als „Katakombenpakt“, brachte Pfarrer Norbert Arntz am Donnerstag im Balver Pfarrheim. Der Geistliche referierte im Rahmen der Kolpingforum-Veranstaltungsreihe über das Gelübde von den 40 Bischöfen, die damals eine 13 Punkte umfassende Selbsterverpflichtung unterzeichneten.

Aufgegriffen wurde damit das Leitwort von einer „Kirche der Armen“, das Papst Johannes XXIII. vier Wochen vor der Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils herausgegeben hat.

„Das war die Initialzündung für die Befreiungstheologie in den lateinamerikanischen Ländern“, betonte er. Unter der maßgeblichen Beteiligung des damaligen Erzbischofs Bergoglio von Buenos Aires und heutigen Papstes Franziskus seien diese Thesen weiterentwickelt und in die heutige Zeit getragen worden. Die Bischöfe versprachen damals, ein einfaches Leben zu führen und den Machtinsignien zu entsagen sowie einen Pakt mit den Armen zu schließen. Von den deutschen Bischöfen unterzeichnete Julius Angershausen, Weihbischof im Bistum Essen, diesen Vertrag mit. Es ist eine Erklärung, die den Verzicht unter anderem auf Dienstwagen, Bischofspaläste und prunkvollen Ornat beschrieb. Dieser Verpflichtung schlossen sich später weitere 500 Bischöfe an.

Pfarrer Norbert Arnzt stellte die 13 Punkte dieses „Katakombenpaktes“ anschaulich dar. Er verstand es, die 27 Zuhörer von Anfang an mit in die Welt der damaligen Denkweise zu nehmen – eine Welt, die der heutigen sehr ähnlich geworden ist mit dem Evangelium als stets tagesaktueller „Befreiungstheologie“.

Viele neue Informationen nahmen die Teilnehmer mit nach Hause, und für Engelbert Falke, Leiter des Kolpingforums, gab es ein großes Lob: „Wieder haben sie einen interessanten Redner verpflichtet.“

Seit 2008 ist Norbert Arntz Mitglied im Pastoralteam der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Kleve. Außerdem ist er Geistlicher Beirat für die Eine-Welt-Gruppen am Niederrhein. Der Theologe war von 2001 bis 2010 Mitarbeiter in der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn und gab die so genannte Grüne Reihe zur Weltkirche der heraus. Viele Bücher von lateinamerikanischen Befreiungstheologen sind von ihm ins Deutsche übersetzt worden. Zur Zeit arbeitet er mit dem Team des „Institut für Theologie und Politik“ in Münster am Projekt „50-Jahr-Gedenken des II. Vatikanum 2012-2015.“ - jk

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