Herrchen Christoph Jedowski erzählt die ganze Geschichte

Kleiner Terrier auf großer Fahrt: Warum "Harry" nach der Jagd mit dem Bus fuhr

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Busfahrt beendet: Terrier Harry ist wieder zurück bei Herrchen Christoph Jedowski.

Balve – Die Rückfahrt von einer Jagd in Melschede am Mittwoch trat Harry mit dem Bus an. Was sich zunächst wenig spektakulär anhört, war tatsächlich doch ein richtiges Abenteuer. Denn Harry ist erst sechs Jahre alt – und noch dazu ein Terrier.

„Er suchte Anschluss“, erzählte sein Herrchen Christoph Jedowski auf Anfrage. Jedowski hatte sich schon gewundert, als Harry während der Jagd plötzlich verschwunden war und nicht wieder auftauchte. 

Denn in einem Bus nach Sundern hatte er sich einfach unter die Fahrgäste gemischt. Allerdings fiel nicht nur auf, dass der Vierbeiner keinen Fahrschein, sondern auch eine Verletzung über dem rechten Auge hatte. 

Ordnungsamt wartet auf den Vierbeiner

In Sundern angekommen, wurde das Tier deshalb vom Busfahrer in die Obhut des Ordnungsamts übergeben, das wiederum einen Tierarzt mit der Behandlung beauftragte. „Und weil Harry gechipt ist, konnte er so als unser Hund identifiziert werden“, berichtete Christoph Jedowski. „Meine Frau hat ihn dann aus Sundern abgeholt.“ 

Für Jedowski blieb die Jagd, bei der am Ende sieben Sauen und sieben Rehe erlegt wurden, erfolglos. Dafür hatte der ausgebildete Stöberhund Harry großen Anteil an der Ausbeute, denn, so sein Herrchen: „Er war auf einer Wildschweinfährte, die er bis zu einer Straße verfolgte. Dort kämpfte er mit dem Wildschwein, was ihm eine Blessur einbrachte. Ein Kollege brachte das Schwein dann zur Strecke.“ 

Nach der Fährtensuche aus den Augen verloren

Jedowski wusste dies aus Erzählungen seiner Mitjäger, denn er selbst hatte seinen Hund nach der Fährtensuche aus den Augen verloren. Aber er kennt ihn als zuverlässigen Begleiter und weiß: „Harry sucht in solchen Fällen stets Anschluss an Treiber oder Jäger.“ 

Diesmal waren es aber Wartende an einer nahe gelegenen Bushaltestelle, mit denen er eine Fahrt bis nach Sundern unternahm. „Nach drei Stunden war schließlich wieder daheim“, sagte Jedowski. Zwar wegen der Wunde geklammert über einem Auge, aber bereits wieder topfit. 

Nächste Busfahrt schon am Samstag?

Und auch die nächste Aufgabe wartet schon auf den Terrier: „Er darf am Samstag wieder mit zur Jagd nach Plettenberg-Ohle.“ Christoph Jedowski muss bei diesen Worten selbst schmunzeln und ergänzt schließlich lachend: „Hoffentlich gibt es auch dort wieder freundliche Busfahrer.“

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