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„Kleine Besonderheit“: Naturhistorischer Verein entdeckt eine Höhle

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Von: Markus Wilczek

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Bis zu 25 Meter lang, acht Meter tief und stellenweise sehr eng ist die Höhle, die die Experten in Hemer-Brockhausen entdeckten.
Bis zu 25 Meter lang, acht Meter tief und stellenweise sehr eng ist die Höhle, die die Experten in Hemer-Brockhausen entdeckten. © Andreas Kolarik

Die Mitglieder des Naturhistorischen Vereins Hönnetal haben in einer gemeinsamen Aktion mit der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Sauerland Hemer und mit Unterstützung der Höhlenforscher des Arbeitskreises Kluterthöhle aus Ennpetal eine Bachschwinde bei Hemer-Brockhausen gesichert.

„Dabei gelang die Entdeckung einer etwa 20 bis 25 Meter langen und acht Meter tiefen Höhle. Weitere Fortsetzungen sind hier durchaus möglich. Die Erforschung wird aber auf die Sommermonate verschoben, da die Bachschwinde ziemlich feucht ist, was eine Erforschung deutlich erschwert“, sagt Andreas Kolarik, Vorsitzender des Naturhistorischen Vereins. Unter dem Begriff Bachschwinde verstehen die Experten allgemein eine Erdöffnung beziehungsweise ein Sumpfloch.

Schon jetzt lasse sich laut Kolarik sagen, dass es sich bei der neu entdeckten Höhle um „eine kleine Besonderheit handelt“. „Nur knapp unter der Erdoberfläche befindet sich anstehender Kalkstein mit einem typischen tropischen Kalkrelief, welches durch den Bach selektiv reaktiviert wurde. In dieses Relief hat das Wasser über viele Jahrtausende einen Profilgang gegraben. Absolut ungewöhnlich für eine Bachschwinde“, erläutert der Experte. Durch das Wasser seien in der Höhle zahlreiche Fossilien freigelegt worden. Davon zeugten die Überreste von Korallen, Muscheln, Turmschnecken und Stromatoporen (eine Gruppe ausgestorbener Meerestiere).

Sedimente sind beachtenswert

„Auch die Sedimente in der Höhle sind beachtenswert. So finden sich neben den korrodierten Kalkblöcken zahlreiche Steine aus den Honseler Schichten und leuchtende Roteisen-Steine“, sagt Kolarik.

Die Erforschung der „Grabenponor“ getauften Höhle werde weiter durch die drei Vereine erfolgen. „Wir sind gespannt, welche weiteren Erkenntnisse wir der Höhle noch entlocken können“, sagt Andreas Kolarik abschließend.

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