Im Sinne der Umwelt handeln

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Balve - „Wir sind nicht weltfremd und wissen, dass nicht jeder sein Obst und Gemüse im eigenen Garten anbauen kann“, sagt Sabine Biehs-Romann, Mitbegründerin der Gruppe Hönnetal im Wandel, aus der am Freitag, 24. März,  (18 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus), ein eingetragener Verein werden soll.

Die Garbeckerin bezieht sich auf den SV-Artikel „Nachhaltige Visionen entwickeln“: „Wer das gelesen hat, konnte einen ganz falschen Eindruck gewinnen.“ 

Natürlich treffe es zu, dass Hönnetal im Wandel große Ziele im Blick habe, die mit den Titeln „energieautarkes Hönnetal“ und „lokale Lebensmittelversorgung“ überschrieben werden könnten. „Dabei geht es uns aber nicht um radikale Veränderungen, sondern um viele kleine Schritte“, unterstreicht Biehs-Romann. 

Grundsätzlich wolle Hönnetal im Wandel Menschen unterstützen und zusammenbringen, die dann gemeinsam im Sinne der Umwelt und Nachhaltigkeit aktiv werden könnten. 

Sie nennt ein Beispiel zum Thema Einkauf: „Wenn sich vielleicht 40 Familien zusammenschließen würden, könnten sie sich an einen Landwirt vor Ort wenden und mit ihm überlegen, welches Gemüse er für diese Gruppe anbauen könnte. So hätte der Landwirt Planungssicherheit und könnte durch die Direktvermarktung mehr verdienen. Die Familien könnten Gemüse genießen, das vor Ort produziert wurde und wahrscheinlich auch gesünder ist als konventionelle Produkte.“

Auch im Bereich der regenerativen Energien sieht Biehs-Romann ein Betätigungsfeld für den Verein. Denkbar sei, dass sich Menschen zusammenschließen würden, um bezüglich der Stromversorgung durch gemeinsame Projekte oder einen Einkaufsverbund unabhängiger zu werden, zum Beispiel für Solaranlagen. 

Grundlage für alle Überlegungen sei das Ziel, den Einfluss von außen auf die Menschen vor Ort, die eine Gemeinschaft bilden, zu verringern: „Wir möchten die Kontrolle wieder vermehrt selbst übernehmen können.“ Das sei nicht nur einer Minderheit wichtig, ist Biehs-Romann überzeugt: „Viele haben gerade in der heutigen Zeit den Eindruck, dass die Politik entweder überhaupt nicht oder viel zu spät reagiert, wenn es um Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht.“ 

Dass die Menschen vor Ort daran interessiert seien, zeige sich beispielsweise am Erfolg des regelmäßig stattfindenden Reparatur-Cafés: „Jedes Mal bringen die Besucher 10 bis 15 Geräte mit, die nicht mehr funktionieren. Circa 50 Prozent davon können tatsächlich wieder instand gesetzt werden“, erzählt Biehs-Romann.

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