Kläranlage in Binolen: Investitionen statt Schließung

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Die Kläranlage des Ruhrverbands in Binolen wurde im Februar 1993 in Betrieb genommen. Falls es nach extremen Regenfällen erforderlich sein sollte, können pro Sekunde bis zu 40 Liter Wasser aufgenommen werden. 

Balve - Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen würden: Winfried Schüttler, Betriebsmeister der Kläranlage Binolen, hat es gut getroffen im Hönnetal. Landschaftlich schön gelegen in Nähe des Wanderwegs und der Hönnetalbahn, inmitten von viel Grün, könnte es ein Ausflugsziel sein. Für Winfried Schüttler ist hier sein Arbeitsplatz.

Mit Dr. Klaus Kruse, Regionalleiter des Ruhrverbands, lässt er unsere Zeitung hinter das sonst verschlossene Tor blicken. „2014 wurde über die Schließung dieses Standorts diskutiert“, erzählt Dr. Kruse bei einem Rundgang über die weitläufige Anlage. „Aus kaufmännischen Gesichtspunkten waren Elektronik und Maschinentechnik weitgehend abgeschrieben.“ Bautechnisch wäre allerdings ein Betrieb noch für weitere zehn Jahre möglich gewesen. 

Zwei Optionen standen damals zur Auswahl, erinnert sich Kruse. Das Abwasser sollte nach der Schließung entweder zur Kläranlage in Balve gepumpt werden oder aber durch das unter Naturschutz stehende Hönnetal bis in die Kläranlage Menden. 

Kosten von rund 200 000 Euro 

Für den Pumpvorgang Richtung Balve hätte ein neues Pumpwerk gebaut werden sowie eine fünf Kilometer lange Druckrohrleitung verlegt werden müssen. Auch die Einleitung des Abwassers in das Mendener Kanalnetz wäre nicht so einfach gewesen, hätte dieses doch an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. 

Betriebsmeister Winfried Schüttler ist täglich auf der Anlage und führt im eigenen Labor auch immer wieder Kontrolluntersuchungen durch.

Dr. Klaus Kruse fasst die damalige Diskussion zusammen: „Beide Möglichkeiten wären teurer geworden als der Weiterbetrieb der Anlage in Binolen.“ Diese Kosten würden sich nämlich auf „nur“ 200 000 Euro belaufen. Und so kamen die Verantwortlichen überein, die Zukunft dieser sogenannten „Satellitenanlage“ der Schwerpunktanlage Balve zu sichern. Es wurde investiert in neue Steuerungstechnik. 

Anlage wird täglich kontrolliert 

Auch die täglichen Kontrollen bleiben. Winfried Schüttlers Weg führt dabei zunächst ins Betriebs- und Rechengebäude mit Schalt- und Überwachungsanlage sowie Labor und Werkstatt. Draußen erfordern das Regenüberlaufbecken, die Rechenanlage, der Sandfang, die Gegenstromrundbecken, der Eindicker mit Rücklaufschlammpumpwerk und die Schönungsteiche die volle Aufmerksamkeit. Alle Anlagen, Becken und Teiche werden regelmäßig auf volle Funktionsfähigkeit überprüft, um den Inhalt der Abwasserrohre stets sauber zu entsorgen. 

Im September 1991 war mit den Bauarbeiten für die Kläranlage Binolen, eine der kleinsten von 63 im Ruhrverband, begonnen worden. Die Inbetriebnahme auf der 11 000 Quadratmeter großen Fläche, in die etwa ein Kilometer an Rohrleitungen verlegt wurden, erfolgte im Februar 1993. Die Gesamtkosten beliefen sich auf vier Millionen D-Mark. 

1700 Einwohner im Einzugsgebiet 

Das zu dieser Kläranlage gehörende Einzugsgebiet umfasst Beckum, Volkringhausen, Eisborn, Sanssouci, Helle und Binolen mit 1700 Einwohnern, ausgelegt ist sie für 3000 Einwohner. Gereinigt wird das Abwasser mit Bakterien und Sauerstoff. Bei Trockenwetter werden 18 Liter pro Sekunde, bei Regenwetter maximal 40 Liter pro Sekunde vollbiologisch behandelt und anschließend in die Hönne geleitet.

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