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Kita-Neubau geplant: Alte Schule muss weichen

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Von: Volker Griese

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Der Klassentrakt neben der Dreifachturnhalle am Krumpaul soll abgerissen werden, die Stadt plant den Neubau eines Kindergartens.
Der Klassentrakt neben der Dreifachturnhalle am Krumpaul soll abgerissen werden, die Stadt plant den Neubau eines Kindergartens. © Julius Kolossa

Die Tage des Corona-Test- und Impfzentrums im ehemaligen Balver Hauptschulgebäude sind gezählt, denn der seit März 2021 bestehende Standort im Klassentrakt neben der Dreifachturnhalle soll abgerissen werden. Eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines dreigruppigen Kindergartens an dieser Stelle liegt dem Ausschuss „Umwelt, Stadtentwicklung, Bau“ für seine Sitzung am Dienstag, 22. November, um 18 Uhr im Rathaus vor.

Balve ‒ „Der Bedarf an Kindergartenplätzen in unserer Stadt ist sehr groß“, sagte dazu Matthias Streiter, CDU, Sprecher vom Arbeitskreis „Quartier an der Hönne“, der sich mit der Umgestaltung des Hauptschulgeländes zu einem Kulturzentrum samt Kindergarten beschäftigt (wir berichteten über die seit etwa einem Jahr laufenden Planungen).

Oberste Priorität

Und das bedeutet, dass jetzt Kindergartenplätze oberste Priorität haben. Für die Politik bedeutet dass, dass im Ausschuss „Ehrenamt, Schule, Digitalisierung, Soziales“ am Mittwoch, 23. November, um 18 Uhr im Rathaus ebenfalls die Planungen auf der Tagesordnung stehen. „Der Ausschuss schlägt dem Rat der Stadt Balve vor, die Verwaltung zu beauftragen, Gespräche mit dem Jugendhilfeträger zu führen, damit dieser prüfen kann, ob Interesse von den auf dem Stadtgebiet Balve ansässigen Kindergartenträgern besteht, die Trägerschaft des neuen Kindergarten zu übernehmen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Denn in Balve besteht Handlungsbedarf, wie es in der Sachdarstellung formuliert wird: „Die Stadt Balve hat im laufenden Kindergartenjahr 22/23 eine U3- Betreuungsquote von 34,7 Prozent. Das kreisweite Ziel ist es, eine Versorgungsquote von mindestens 35 Prozent zu erreichen. Kommunal zeigt sich bereits jetzt, dass der Bedarf deutlich höher liegt und in den nächsten Jahren weiter steigen wird, sodass mittlerweile eine durchschnittliche Versorgungsquote von 40 Prozent angestrebt wird. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist es erforderlich, zwei weitere Kindergartengruppen in den Gruppenformen I (2 bis 6-Jährige) und II (0 bis 3-Jährige) in der Stadt Balve zu schaffen. Damit würden insgesamt 14 U3 und 14 Ü3 Plätze geschaffen werden.“

Investor gesucht

Geplant am Krumpaul-Standort ist eine Kooperation mit einem Investor, der nicht nur den neuen Kindergarten bauen soll, sondern auch das jetzige Gebäude (ehemaliger Klassentrakt) abreißt. Der Neubau kann optional durch einen Erbbauvertrag geregelt werden, so dass das Grundstück im Eigentum der Stadt Balve bleibe. Aufgrund der Tatsache, dass ein Neubau eines zweigruppigen Kindergartens weder für einen Investor noch für einen Träger wirtschaftlich ist, muss aus Sicht des Märkischen Kreises ein dreigruppiger Kindergarten gebaut und betrieben werden. Da aber nur zwei zusätzliche Gruppen benötigt werden, muss mindestens eine bestehende Gruppe aus dem Stadtgebiet in diesen Neubau integriert werden. Bis die Bagger anrollen, kann es noch bis zu zwei Jahre dauern. Noch einmal Matthias Streiter: „Im nächsten Jahr wird eine Bürgerbeteiligung zu diesem Quartier an der Hönne durchgeführt.“

DRK-Testzentrum

„Diese Pläne, dass ein Kindergarten an dieser Stelle entstehen soll, sind uns lange bekannt“, sagte Bernd Krämer, Koordinator des Impf- und Testzentrums, im Gespräch mit unserer Zeitung. Getestet auf das Corona-Virus wird hier seit dem 22. März 2021, die Booster-Impfungen dagegen gibt es seit dem 15. November 2021. Bisher wurden über 50 000 Test vorgenommen, etwa tausend Mal wurde geimpft. „Die Entscheidung, dass ein Abriss bevorsteht, ist nicht allzu dramatisch, denn wir kommen immer mehr in die Normalität zurück, so dass die Nachfrage und der Bedarf an Tests und Impfterminen sinkt.“ DRK und MHD als verantwortliche Hilfsorganisationen für dieses Hilfsangebot stünden aber weiterhin bereit, um diesen Service aufrecht zu erhalten. „Es werden dann gegebenenfalls Ausweichmöglichkeiten geschaffen.“ Allerdings stehe schon jetzt fest, dass der Impfbetrieb ab Montag wieder in die Arztpraxen zurückverlagert werde. Die Terminnachfrage im Krumpaul sei in den vergangenen Wochen so weit zurückgegangen, dass eine Aufrechterhaltung nicht mehr lohne. „Aber getestet wird nach wie vor“, betonte Bernd Krämer. Unter www.balve.de können weiterhin Termine gebucht werden.

Ausbau der Garbecker Straße

Es wird sich was tun auf der Garbecker Straße. Im Ausschuss „Umwelt, Stadtentwicklung, Bau“ werden die Weichen für den Ausbau gestellt, der von der Einmündung auf die Hauptstraße (B229) bis zur Einmündung der Straße „In deär Queyte“ ab Mitte 2023 erfolgen soll. Dabei werden in die Diskussion die Ergebnisse der Anliegerversammlung mit einfließen: eine Tempo-30-Zone mit Parkbuchten, Grünflächen und einem einseitigen Gehweg. Auch die Erweiterung der Straßenbeleuchtung ist vorgesehen. Erste Planungen dafür wurden im Juni vorgestellt.

Auf der Tagesordnung stehen außerdem die Ergebnisse der Radonmesskampagne, die Vorstellung eines Windenergieprojektes im Balver Wald, der Bau einer Funkmastanlage in der „Ballschlade“ in Beckum, der Abschluss eines Vertrages zur Errichtung einer Photovoltaikanlage in Mellen (wir berichteten), der aktuelle Stand zum Bürgerradweg von Langenholthausen nach Sundern, und der Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung in Beckum.

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