Kandidaten für Kirchenvorstände fehlen

Gemeinden droht der Verlust der Selbstverwaltung

Dechant Pfarrer Andreas Schulte (links) und Verwaltungsleiter Markus Hablowetz werben für die Teilnahme an der Kirchenvorstandswahl und die Netzwerk-Wahl in den Gemeinden.
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Dechant Pfarrer Andreas Schulte (links) und Verwaltungsleiter Markus Hablowetz werben für die Teilnahme an der Kirchenvorstandswahl und die Netzwerk-Wahl in den Gemeinden.

 Mit Garbeck (Heilige Drei Könige) droht der zweitgrößten Gemeinde im Katholischen Pastoralverbund Balve-Hönnetal ebenso wie Küntrop (St. Georg) und Langenholthausen (St. Johannes) der Verlust der Finanzverwaltung und damit die Aberkennung der gemeindlichen Selbstverwaltung. Denn für die Wahlen des sechsköpfigen Kirchenvorstandes in diesem Herbst gibt es in allen drei Gemeinden noch nicht ausreichend Kandidaten.

Balve - In Garbeck und Küntrop fehlen aktuell zwei Kandidaten, in Langenholthausen einer. „Wird die Zahl der sechs erforderlichen Kandidaten in den jeweiligen Gemeinden nicht erreicht, kann die Kirchenvorstandswahl nach Anmeldung im Generalvikariat im Erzbistum Paderborn um sechs Monate verschoben werden“, sagte Dechant Pfarrer Andreas Schulte. Noch werde in allen drei Gemeinden jedoch darum gekämpft, weitere Kandidaten zu finden.

Mit dem Worst-Case-Szenario des Verlustes der Finanzverwaltung, die dann von einer der Nachbargemeinden mit übernommen werden müsste, habe sich der Pastoralverbund deshalb auch noch nicht beschäftigt. „Ich habe vielmehr Gottvertrauen, dass sich Menschen zur Mitarbeit bewegen lassen“, so Schulte. Bis Mitte Oktober müssen die Kandidatenlisten vorliegen. Verwaltungsleiter Markus Hablowetz, der diese Wahlen koordiniert, sagt: „Wir setzen darauf, auf der Zielgeraden noch genügend Frauen oder Männer für jede Gemeinde zu finden.“

Im Kirchenvorstand können die Mitglieder mitreden, wenn es um Gebäude, Personal und Finanzen in ihren Gemeinden geht. „Vom Zentralbüro stehen wir unterstützend mit Informationen und auch Entscheidungsgrundlagen zur Seite“, sagte Hablowetz, dass die Kirchenvorstände nicht alleine gelassen würden.

Für Dechant Schulte ist es wichtig, dass „die Kirche im Dorf bleibt. Aber dann muss das Dorf auch in die Kirche gehen.“ Er jedenfalls könne sich die Leitung des Pastoralverbunds ohne ehrenamtliche Mitarbeiter im Kirchenvorstand und Netzwerk (früher Gemeinderat) nicht vorstellen. „Diese Menschen gehen mit und helfen mit ihrer Resonanz und ihren Rückmeldungen aus der Gemeinde bei der Entscheidungsfindung.“ So seien beispielsweise der Trägerwechsel des Balver Altenheims, der Umbau der Kirche in Eisborn mit der Raum-in-Raum-Gestaltung von Kirche und Gemeinderaum und der Umbau des Affelner Pfarrhauses realisiert worden. „All dies kommt von den Menschen vor Ort“, so Schulte.

In den weiteren acht Gemeinden des Pastoralverbundes gibt es jeweils ausreichend Kandidaten für den Kirchenvorstand. Aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen, sind insgesamt 9000 heimische Katholiken. Gewählt wird jeweils nach den Messen. In Affeln, Langenholthausen und Beckum am Wochenende 30./31. Oktober, in den anderen Gemeinden am Wochenende 6./7. November.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Briefwahl. Die Unterlagen sind ab 20. Oktober im Zentralbüro am Kirchplatz in Balve erhältlich.

Der Kirchenvorstand

Der Kirchenvorstand einer Gemeinde unterliegt – anders als das Netzwerk – dem Kirchenrecht, sodass die letzte Entscheidungsbefugnis immer beim zuständigen Erzbistum Paderborn liegt. Kirchenvorstandsmitglieder beraten über Personal, Finanzen, und Investitionen in Gebäude und kirchliche Friedhöfe. Der Kirchenvorstand wird für sechs Jahre gewählt.

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