Kindergärten fordern Geld

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Am Mittwoch wird über die Zukunft der Antonius-Kindergärten in Beckum und Garbeck entschieden.

Beckum/Garbeck -  Es geht um die Zukunft von zwei Kindergärten in der Sitzung des Rates am Mittwoch, 10. Dezember, ab 17 Uhr. Einen Antrag auf einen freiwilligen Zuschuss hat Thorsten Herrmann, Geschäftsführer der katholischen Kindergarteneinrichtungen Ruhr-Mark GmbH, für den katholischen Antoniuskindergarten in Garbeck und den katholischen Kindergarten St. Antonius in Beckum gestellt.

Ziel ist es in Beckum, dass die Stadt ab 2014/2015 das Defizit dieser Einrichtung – etwa 45 Kinder – übernehmen soll. Herrmann erklärt: „Wir gehen davon aus, dass der Fehlbetrag – 20 000 Euro pro Jahr, Stand 2014/2015 – in den nächsten Jahren jeweils um mindestens zwei Prozent steigen wird.“

Seit einiger Zeit ist die Zukunft des Kindergartens immer wieder Thema, denn das Gebäude kann für eine U3-Betreuung nicht aus- oder umgebaut werden. „Bis zum heutigen Zeitpunkt ist noch keine Lösung gefunden worden, diese Einrichtung an neuer Stätte weiter zu betreiben, obwohl dies ein Anliegen der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus Balve Beckum und uns als Betriebsträger ist“, berichtet Herrmann. Diese Sachverhalte seien unter anderem in zwei Gesprächen mit Bürgermeister Hubertus Mühling dargestellt worden.

„Nunmehr hat die GmbH etwas überraschend in Aussicht gestellt, die Einrichtung in Beckum aufgrund des defizitären Betriebs bereits zum kommenden Kindergartenjahr zu schließen, sofern seitens der Stadt nicht das strukturelle Defizit in genannter Höhe übernimmt“, stellt Bürgermeister Mühling in seiner Sachdarstellung dar. Die Umverteilung der 45 Kinder auf andere Kindergärten im Stadtgebiet in der Kürze der Zeit sei nicht möglich, so heißt es weiter, „so dass die Stattgabe des Antrags zumindest für das kommende Kindergartenjahr nahezu alternativlos ist“.

Der Zuschusszeittraum, der auf das Kindergartenjahr 2015/2016 beschränkt sein soll, reiche jedoch aus, denn „das kommende Jahr kann – bei entsprechener Beauftragung der Verwaltung – dazu genutzt werden, ein Konzept für den möglichen Wegfall einer Einrichtung zu erarbeiten und Varianten zu prüfen, wie eine künftige Kindergartengestaltung aussehen soll“.

In Garbeck (21 Kinder) würden ohne Geld aus Balve die Lichter ausgehen, weil die GmbH beziehungsweise die Kirchengemeinde den Trägeranteil in Höhe von etwa 15 000 Euro nicht aufbringen könne und daher die Schließung dieses Kindergarten bevorstünde. Der vom Stadtrat beschlossene Zuschuss in Höhe von drei Prozent der Kindpauschalen sei zu gering, stellt Herrmann dar.

Bürgermeister Mühling führt aus, dass nach der Entscheidung des Rates von 2013 die Kommune jede Kindertageseinrichtung mit jeweils drei Prozent der Kindpauschale bezuschusse, um die Träger zu entlasten. Eine Ausnahme sei die Kita Kinderkreisel, die einen geringeren Anteil erhalte. Für das zu Grunde gelegte Kindergartenjahr 2012/2013 beliefen sich diese Kindpauschalen auf 132 877,20 Euro. Der Märkische Kreis förderte 88 Prozent (116 931,94 Euro), der verbleibende Trägeranteil von zwölf Prozent, der komplett von der Stadt übernommen wurde, betrug 15 945,26 Euro.

Mühling: „Die beantragte Förderung würde dazu führen, dass der Trägeranteil – weiterhin – komplett von der Stadt Balve zu tragen wäre. Die Fördermittel des Märkischen Kreises trägt die Stadt Balve durch die Kreisumlage ohnehin, so dass man letztlich zu dem Schluss kommen muss, dass die Stadt die Einrichtung ohne jegliche Kostenbeteiligung der Kirchengemeinde finanziert.“

Im schlimmsten Fall müssten die derzeit betreuten 21 Kinder im kommenden Kindergartenjahr in anderen Einrichtungen im Stadtgebiet untergebracht werden. Das sei ohne Schwierigkeiten möglich Und so stelle sich die Frage, „ob eine Vollfinanzierung der Einrichtung bei nicht zwingendem Bedarf einerseits und ohne die Bereitschaft der GmbH, sich in jeglicher Hinsicht an den Kosten zu beteiligen andererseits, empfehlenswert ist“. Seitens der Verwaltung könne kein zwingender Grund für eine Begünstigung dieses Trägers gegenüber den anderen Trägern gesehen werden.

Von Julius Kolossa

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