Kindergärten: „Eltern sind aufgebracht“

BALVE - „Wir können sogar einige Geschwisterkinder nicht aufnehmen“, stellt Elisabeth Dippong betrübt fest. Der Leiterin des Familienzentrums Heilige Drei Könige Garbeck liegen 36 Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2013/2014 vor – aufnehmen kann sie aber nur zwölf Kinder im Alter unter drei Jahren und vier Dreijährige.

Von Carla Witt

Bedingt durch den Ausbau der U-3-Plätze fielen sechs Plätze für die Älteren weg, erläutert Dippong. Hinzu komme eine Kürzung der Plätze von 65 auf 60 durch das KreisJugendamt. Letzteres kann die Leiterin des Familienzentrums nicht nachvollziehen. „Die Eltern sind aufgebracht, weil sie die Betreuungseinrichtung, und somit auch das Betreuungskonzept, nur theoretisch wählen können“, schildert sie. Praktisch werde den Betroffenen im schlimmsten Fall ein Platz zugewiesen. Schon aus diesem Grund gebe es in Balve in diesem Jahr so viele Doppelanmeldungen wie nie zuvor.

Bereits 2012 habe sie die Problematik erkannt. „Ich habe im Dezember beim Kreis darum gebeten, dass uns die fünf optionalen Plätze zugestanden werden – ohne Erfolg“, berichtet Dippong. Sicherlich sei es theoretisch richtig, dass jedes Kind im Stadtgebiet mit einem Kindergartenplatz versorgt werden könne. Die jahrelang gepredigte Maxime „Kurze Beine – kurze Wege“ bleibe aber auf der Strecke. „Wir sollten uns alle bewusst machen, dass wir im Dienst der Bürger und besonders der Kinder arbeiten – nicht im Dienst der Zahlen“, stellt Elisabeth Dippong fest. Ihr und dem Träger der Einrichtung seien die Hände gebunden: „Wir haben alles versucht. Jetzt können höchstens die Eltern noch etwas ändern.“

Im benachbarten St. Antoniuskindergarten Garbeck sei die Situation weniger angespannt, berichtet dessen Leiterin Sibylle Dunker. „Ich habe nur einer Mutter absagen müssen, die eine 45-Stunden-Betreuung benötigt hätte. Dieses Kontingent war bei uns schon ausgebucht.“

Dagegen ist der Andrang im Kindergarten Arche Noah in Balve ähnlich groß wie im Familienzentrum Garbeck. „Uns liegen 42 Anmeldungen vor, natürlich einige doppelte“, berichtet Anja Sanden. Elf Plätze – sechs für U-3-Kinder und fünf für Dreijährige – könne sie nur vergeben, berichtet die Leiterin der evangelischen Einrichtung. Hinzu komme, dass einige Eltern 2012 zunächst einen Platz in einer anderen Einrichtung angenommen hätten. „Sie stehen noch auf der Warteliste“, sagt Sanden.

Absagen wird auch Marie Antonie Schüppstuhl erteilen müssen. Im katholischen Kindergarten St. Blasius sind nach Aussage der Leiterin 29 Kinder angemeldet worden – 21 Plätze stehen zur Verfügung. Und auch in der Kindertagesstätte Kinderkreisel kann der Bedarf nicht gedeckt werden: sechs Plätze werden vergeben, 16 Anmeldungen liegen vor.

Anders sieht es im städtischen Kindergarten Sausebraus Eisborn aus. Mindestens 20 Kinder müssten die Einrichtung besuchen, um den wirtschaftlichen Betrieb zu gewährleisten, erklärt Reinhold Klose von der Stadt Balve. „Sechs Kinder scheiden aus, sechs Anmeldungen liegen vor. Wir gehen also davon aus, dass die erforderliche Kinderzahl erreicht wird“, stellt er fest.

Im St. Antonius Kindergarten Beckum halten sich Anmeldungen und Abgänge ebenfalls die Waage, sagt Magdalene Lenze. Allerdings hat die Leiterin der katholischen Einrichtung ein anderes Problem: „Es gab elf Anfragen für die U-3-Betreuung. Die können wir in diesem Gebäude aber nicht anbieten.“

Freie Plätze für Kinder aller Altersgruppen gibt es im DRK-Kindergarten Langenholthausen: „Hier können sich alle noch anmelden. Wir nehmen Kinder von zwei bis sechs Jahren auf und bieten Betreuungszeiten von 25 bis 45 Stunden“, wirbt Einrichtungsleiterin Carmen Püttmann.

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