Kinder für Kinder: Schüler spenden 500 Euro

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Die Freude bei den Kindern war groß, denn sie wissen, dass sie damit Kindern in Argentinien helfen. ▪

BALVE ▪ Die Freude stand Pastor Reinhold Theume ins Gesicht geschrieben. Er bekam gestern von den 93 Grundschülern der Langenholthausener Grundschule einen Scheck über 500,81 Euro überreicht. Seit Jahren sammeln die Schüler unter dem Motto „Kinder für Kinder“ für die Schule 46 in Buenos Aires.

Gebannt verfolgten die Schüler den Vortrag des Mendener Pastors. Von 1979 bis 1987 war Theume selbst in Südamerika. „Ich habe damals in Monte Chingolo, einem Elendsviertel am Rande der Großstadt Buenos Aires, gearbeitet“, erzählt er. Im Gepäck hatte er ein großes, buntes Hungertuch. An Hand dessen er den Kindern zeigte, wo das Geld, das sie auf der Weihnachtsfeier sammelten, hin geht. „Seht ihr diese Hütten? So leben die Kinder dort“, berichtet er. Für die kleinen Langenholthausener ist das schwer vorstellbar, in einem Haus zu wohnen, das aus nur einem Zimmer besteht und so groß ist wie eine Garage. „Ist das da in der Mitte eine Schule?“, fragt ein Junge verblüfft. Denn auf dem Tuch sieht man Kinder, die mitten auf der Straße sitzen. „Ja, stimmt. Die Schulen haben oft weder eine Heizung, noch Dach“, berichtet Theume. Doch auf dem Tuch sind auch Menschen zu sehen „die die Werke der Barmherzigkeit tun“. Ohne diese Menschen, die sich um ihre Mitmenschen kümmern, würde es den Kindern, Alten und Kranken noch schlechter gehen. Für die Menschen dort sei es wichtig, ihnen immer wieder Hoffnung zu geben. „So wie die Frauen auf dem Tuch, die den Menschen Wasser, Nahrung und Medizin bringen, so habt ihr euch jetzt auch dieser Menschen erbarmt“, freute sich Theume. Die Freude der Kinder schien noch größer nachdem sie erfahren hatten, wie sehr ihr Geld von Nöten ist. Die 500 Euro gehen an eine staatliche Schule, in der Kinder von der Ersten bis zur Siebten Klasse unterrichtet werden. „Es ist eine Art Volksschule“, erläutert Theume. Denn in Südamerika gäbe es nur eine siebenjährige Schulpflicht für Kinder. Reinhold Theume steht auch 23 Jahre nach seiner Arbeit in Argentinien in regem Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort. So sei gewährleistet, dass das Geld ankommt.

Lydia Machelett

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