Kein Geld für Instandhaltung der Waldwege

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Clemens Gödde und Heinz Drees (von links) blicken mit Sorge in die Zukunft: Es fehlt der FBG an Geld.

Mellen - Für die Instandhaltung der zur Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Mellen, der 20 Kilometer Waldwege auf einer Gesamtfläche von 480 Hektar gehören, ist kein Geld mehr da. „Die Kasse ist leer“, stellte Heinz Drees, zweiter Vorsitzender und Kassenwart, die Lage am Donnerstag während der dafür einberufenen Wegebauversammlung dar.

Bereits bei der FBG-Sitzung im März thematisiert, fand hierfür nun eine eigene Sitzung statt. Gefunden wurde mit 7,50 Euro pro Hektar, den jeder Eigentümer zu zahlen hat, letztendlich ein Kompromiss, mit dem die Mehrheit gut leben kann.

Von 30 Teilnehmern stimmten 18 diesem Vorschlag, der aus der Versammlung kam, zu, zwei waren dafür, fünf Euro für die Instandsetzung der Wege zu nehmen, für die vom Vorstand veranschlagten zehn Euro sprachen sich acht Mitglieder aus. Doch der höhere Beitrag erhielt schon in der Diskussion viele Gegenstimmen. Unter anderem war zu hören, dass damit keine Autobahnen gebaut werden sollten.

„Mit 7,50 Euro müssen wir jetzt leben“, war der Vorsitzende Clemens Gödde nicht ganz zufrieden mit dem Verlauf. Er war für die von Heinz Drees, zweiter Vorsitzender und Kassenwart, ausgearbeiteten zehn Euro. „Wir wollten damit Neuabstimmungen in den nächsten Jahren über eine weitere Anpassung nach oben vermeiden“, war das Ziel. Gödde zeigte sich nicht ganz so optimistisch wie die meisten Waldeigentümer, in deren Gemarkung ein Weg verläuft, mit dem Geld haushalten zu können: „Die Zeit wird zeigen, ob es reicht.“

Revierleiter Georg Cormann hatte zuvor dargestellt, dass jährlich 5000 Euro an Instandsetzungskosten benötigt würden. „Besonders die Wasserabweiser müssen ständig erhalten bleiben.“ Dafür seien nach starken Regenfällen vor fünf Jahren fast 20 000 Euro ausgegeben worden. Jörn Hevendahl, stellvertretender Forstamtsleiter Regionalforstamt Märkisches Sauerland, betonte, dieses Thema nicht zu vernachlässigen: „Wege sind die Schlagadern der Forstwirtschaft. Sie investieren damit in Wertvermögen.“

Von Cormann gab es für den heutigen Zustand der Wege die Schulnote „3+“. Der Waldexperte stellte die Entwicklung wie folgt dar: Bleiben die Sturzregen aus, bleibt der Istzustand noch weitere fünf Jahre erhalten. Danach aber gibt es nur noch eine „4-“. Und dann würden die Wege für Jäger, Eigentümer und Holzfuhrunternehmen in jedem Jahr schlechter und unbefahrbarer.

Damit es nicht so weit kommt, waren alle 62 Mitglieder eingeladen worden, um über eine Lösung zu beraten. Dass 30 davon teilnahmen, zeugte, so der Vorsitzende, vom großen Interesse an diesem Thema. Heinz Drees hatte dazu ein Konzept erstellt: Bis 2007 wurde der Unterhalt der Wege durch den Holzverkauf über den Landesbetrieb Wald und Holz finanziert. Dann wurden durch Kyrill die über 40 Jahre alten Fichtenbestände vernichtet, sodass kein kontinuierlicher Holzeinschlag in den Altbeständen mehr stattfinden konnte. Entsprechende Einnahmen fallen damit bis heute weg. Der Zustand vor Kyrill werde erst wieder in 50 bis 80 Jahren erreicht, ermittelte Drees.

Um das Wegenetz wie bisher zu betreiben, sollte deshalb eine Flächenpauschale eingeführt werden. Der erste Rechenschaftsbericht darüber wird während der nächsten Jahreshauptversammlung vorgestellt.

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