"Für Sundern ist Neuenrade so weit wie Hamburg": Kein Bedarf für Buslinie?

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Michael Breier vom Bürgerbus-Verein. 

Balve - Wenn am 7. Dezember in der Ratssitzung die Entwicklung der Leader-Region Arnsberg, Sundern, Balve, Neuenrade dargestellt wird, wird eine Sundern und Neuenrade verbindende und über Balve führende Buslinie nicht zu den Projekten gehören.

„Mit uns haben die Regionalmanager nicht gesprochen“, sagte Michael Breier, Geschäftsführer des Bürgerbusvereins Balve und Vorstandsvorsitzender des Bürgerbusverbundes Sauerland-Hellweg, auf Anfrage. 

Während einer Versammlung der Leaderregion Ende Oktober wurde als aktuellstes Projekt die „Entdeckerkarte“ vorgestellt, auf der die Schönheiten Arnsbergs, Sunderns, Balves und Neuenrades abgebildet sind. Und dies mit der Sorpe als Mitte der Region. Während dieser Präsentation wurde angeregt, eine städteübergreifende Busverbindung von Neuenrade bis zur Sorpe zu installieren. 

"Genauso weit wie nach Hamburg"

Breier sieht jedoch keinen Bedarf für eine neue Bürgerbuslinie von Sundern nach Neuenrade: „Für Sundern ist Neuenrade genauso weit oder nah wie Hamburg.“ Konkret bedeutet dies, dass es keine Berührungspunkte zwischen den beiden Städten gebe. Zwischen Sundern und Balve dagegen sieht Breier ein anderes Verhältnis, das durch das ehemalige St.-Marien-Hospital und das Sunderner Gymnasium gewachsen sei. 

„Aber was verbindet denn Neuenrade mit Sundern? Warum sollen Sunderaner nach Neuenrade fahren“, fragt er. Nach langem Überlegen fällt dem Vorsitzenden einzig das Gertrüdchen, die Waldorfschule und der Baumarkt ein. 

Ganz verschließen würde sich der Bürgerbus-Funktionär diesem Projekt aber nicht, falls es gewünscht wird. „Dabei würden wir jedoch viel Neuland betreten und ein Angebot schmackhaft machen müssen, um eine Linie mit einer Daseinsberechtigung zu erstellen.“ Denn es gelte, die Grenzen des Märkischen Kreises an die des Hochsauerlandkreises anzubinden. Solch ein Lininienkonzept sei aufwendig und müsse den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr mit einbeziehen: „Die Busse müssten vernetzt werden.“ 

Immer mehr Fahrgäste in Balve 

Während Breier diesem Projekt kritisch gegenübersteht, kann er sich in Balve über zu wenige Fahrgäste nicht beklagen. Die Hönnestädter nutzen „ihren“ Bürgerbus von Jahr zu Jahr häufiger, wie Zahlen belegen. Waren 2015 noch 12.373 Fahrgäste verzeichnet worden, stieg die Zahl 2016 auf 12 451. 2017 waren es bereits 13 088 Fahrgäste. Vier Linien werden täglich bedient. 

„Das wird auch zukünftig so sein“, sagte Michael Breier. Auch die Kindergartenlinie wird erst einmal bis Mitte 2019 fortgeführt. Aber: „Die Zahlungsmoral der Eltern ist nach wie vor ein Thema.“ Etwa 30 Prozent würden sich weigern, ihren monatlichen Beitrag von gut 20 Euro zu leisten. Vor einem Jahr sprang ein Sponsor ein, der die Differenz überbrückte. Ob und wie sich die Situation im nächsten Jahr darstellt, bleibe abzuwarten. 

Mit elf Aktiven für die nächsten sechs Monate ist der Bestand an ehrenamtlichen Fahrern zunächst einmal gesichert. Nach dem Aufruf in unserer Zeitung im August meldete sich ein Interessierter, der derzeit von der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) geschult wird. Die mögliche Einstellung einiger Linien ist damit – zunächst – vom Tisch.

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