Schulleiterin enttäuscht vom Tag der offenen Tür

Lehrer Robert Maldei zeigte den 18 Besuchern, darunter sieben mögliche zukünftige Schüler, beim Tag der offenen Tür die Räume der Hauptschule: Spieleraum, Leseraum, Disco, Schulladen, Werkraum, Turnhalle, Klassenräume und die Cafeteria. -  Foto: Kolossa

BALVE -  „Ich bin enttäuscht“, sagte Ulrika Scholder, Schulleiterin der Hauptschule Balve, über die Beteiligung am Tag der offenen Tür, an dem Eltern und Kindern diese Schule vorgestellt werden sollte. Letztlich waren 18 der über 50 aufgestellten Stühle am Montag besetzt.

Darunter waren sieben Mädchen und Jungen, die sich über ihren möglichen neuen Wirkungsort nach der Grundschule informieren wollten.

„Sonst sind hier alle Plätze besetzt“, wusste Ulrika Scholder zu berichten. „Vielleicht liegt es daran, dass die Hauptschule totgeredet und totpolitisiert wird – aber hier in Balve sind wir noch sehr lebendig und werden dies auch bleiben, wenn uns die Kinder anvertraut werden.“

18 Anmeldungen beträgt die Untergrenze für eine neue fünfte Klasse, wie sie auf Nachfrage der Eltern erläuterte. Bei 17 gibt es noch eine Ausnahmeregelung, bleibt die Zahl darunter, wird es 2014 keine Eingangsklasse geben. „Dann ist die Hauptschule Balve ein Auslaufmodell“, betonte die Pädagogin. „Es entscheidet nur der Elternwille.“

Und für ihre Entscheidungsfindung nahmen die an dieser Informationsveranstaltung teilnehmenden Väter und Mütter unter anderem mit nach Hause, „dass ihre Kinder hier alle Möglichkeiten haben.“ Die 5. und 6. Klasse gilt als Erprobungsstufe, in der ein Wechsel auf die Realschule möglich ist. Fünf Stunden Deutsch, Englisch und Mathematik in der Woche sollen die Schüler fit machen beim Lernen lernen, wozu auch vier Arbeitsstunden gehören.

In der Mittelstufe, Klasse 7 bis 9, gibt es Erweiterungs- und Grundkurse in Englisch und Mathematik, außerdem Arbeitslehre mit den Schwerpunkten Hauswirtschaft, Technik oder Arbeitsleben und Wirtschaft auf die Berufswahlvorbereitung. Auch Girls- und Boysday, ein Schnuppertag und jeweils drei Wochen Betriebspraktikum in der 9. und 10. Klasse sind Teil des Unterrichts.

Mit dem Hauptschulabschluss 10 A stehen viele Wege offen, und wer mit 10 B abgeht, der hat die Mittlere Reife und gegebenenfalls noch den Qualifikationsvermerk in der Tasche. Ulrika Scholder: „Bei uns ist alles möglich.“ Gruppenweise entweder mit der Schulleiterin oder Robert Maldei zuständiger Lehrer für die Erprobungsphase der Unterstufe sowie den beiden Zehntklässlern Mara Steinschulte und Marvin Jordan lernten die Eltern und ihre Kinder die Hauptschule mit Leseraum, Disco, Schulladen, Werkraum, Turnhalle und auch die Klassenräume sowie die Cafeteria kennen.

Anmeldungen sind in der Woche vom 5. bis 11. März mit Zeugnissen, Familienstammbuch und Empfehlung der Grundschule von Mittwoch bis Dienstag von 8 Uhr bis 12 Uhr und am Montag und Donnerstag von 14.30 Uhr bis 17 Uhr möglich.

Fachbereichsleiter der Stadt ist trotzdem zufrieden

Der Fachbereichsleiter für Schulen bei der Stadt Balve, Michael Bathe, zeigt sich trotz der geringen Besucherzahl beim Tag der offenen Tür in der Balver Hauptschule positiv gestimmt: „Wir hoffen natürlich, dass sich genügend Schüler für das kommende Schuljahr anmelden“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das ist ja leider ein landesweites Problem, dass das Interesse an den Hauptschulen immer weiter abnimmt. In Balve sind wir aber ganz gut aufgestellt. Unsere Hauptschule genießt einen guten Ruf und das Angebot des Ganztagsunterrichtes bewegt die Eltern doch, ihre Kinder auch an der Hauptschule anzumelden.“ Die Balver Schulen machen weiter Werbung und so gebe es durchaus noch Hoffnung, dass es auch im kommenden Schuljahr genügend Anmeldungen geben wird. -  jk/lw

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