Diskussion an Realschule

Kaufpreis für Tablets zu hoch? Schulleiterin wehrt sich gegen Elternkritik

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Balve – „Diese Diskussion hinterlässt einen bitteren Geschmack“, sagt Nina Fröhling, Leiterin der städtischen Realschule Balve. Über soziale Netzwerke waren Fröhling und die Schule in den vergangenen Tagen von Eltern einiger Realschüler massiv kritisiert worden.

Auslöser der Diskussion ist der Kaufpreis für ein iPad, das jeder Balver Realschüler aber der siebten Klasse besitzen muss. Fast 500 Euro kosten diese Tabletcomputer mit erforderlichem Zubehör – pro Stück. 

Speziell in Zeiten von Corona erachten einige Eltern diese Summe als zu hoch. Im Gespräch mit der Redaktion reagiert die Schulleiterin auf die Kritik. „Apple bietet mit dem iPad für Schulzwecke das beste Gerät, das preiswert ist, haltbar und mit viel Drumherum.“ Per „School Manager“ würden die Geräte eingerichtet und überarbeitet. Die technische Unterstützung an der Realschule werde vom stellvertretenden Schulleiter Thomas Münch und zwei weiteren Kollegen nach dem Unterricht, am Wochenende und in den Ferien geleistet. 

Beschluss der Schulkonferenz

Vor drei Jahren wurde in einer Schulkonferenz gemeinsam mit Schüler, Eltern und Lehrern die Entscheidung für eine Anschaffung von iPads in den 7. Klassen getroffen, blickt Fröhling zurück. Bezahlt werden diese Mini-Computer, die auch privat genutzt werden dürfen, von den Eltern, „die damit aber nicht alleine gelassen werden“, wie Fröhling betont. 

Ihre Schule stehe bei Bedarf bereit, nach Möglichkeiten der Finanzierung, darunter auch Ratenzahlung, zu suchen. In Ausnahmefällen sei ein Zuschuss über den schuleigenen Förderverein möglich. „Das haben wir in der Vergangenheit auch so gemacht, wenn Eltern mit uns ins Gespräch gekommen sind“, sagt die Schulleiterin. Ob und wann Fördermittel vom Land für die Anschaffung zur Verfügung stehen, konnte sie nicht sagen. 

Gesamtkosten von rund 40.000 Euro

„Als wir von der Möglichkeit der Soforthilfen zur Unterstützung unserer Eltern bei der Anschaffung von digitalen Endgeräten gehört haben, haben wir sofort im Jobcenter nachfragt und die Antwort erhalten, die Informationen seien noch nicht raus“, sagt Fröhling. „Dann wiederum sollen nur Kinder Hilfen erhalten, die anspruchsberechtigte Eltern haben.“ Diese Informationspolitik sei unbefriedigend, gibt sie zu. Lieber hätte sie eine Zusage für eine finanzielle Unterstützung für alle Eltern oder aber das Geld, damit die Schule die iPads kaufen und den Kindern kostenlos zur Verfügung stellen können. Aber: „Als Schule verfügen wir nicht über die dafür erforderlichen 40 000 Euro.“ 

Deshalb werde in jedem Jahrgang eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema angeboten. „Leider konnte die Veranstaltung dieses Mal coronabedingt nicht stattfinden, sodass wir die Eltern schriftlich informiert haben“, sagt Fröhling. Im Anschluss habe es lediglich zwei Rückfragen gegeben: eine zum Hersteller, eine zur Finanzierung. 

Schulleiterin findet Diskussion "unfair"

Dass zuletzt in den sozialen Netzwerken ausgiebig über den Preis und vermeintlich fehlende Unterstützung der Eltern diskutiert, aber nicht das Gespräch mit der Schule gesucht wurde, bewertet Fröhling als „unfair“. Mittlerweile sei der Post gelöscht, „Mir bleibt aber auch in Erinnerung, dass die Zahl der unterstützenden Meinungen für die Realschule im Laufe der Diskussion zunahmen. Wir fanden sehr viel positiven Zuspruch“, sagt Fröhling. „Und zwar von der Schulpflegschaft, dem Förderverein, den Lehrern, aber auch von privater Seite.“ 

Dass sich die Eltern nicht direkt mit den Schulverantwortlichen in Verbindung gesetzt haben, kann Fröhling aber weiterhin nicht verstehen: „Wir sind stattdessen in einer Art und Weise angegriffen worden, die unsachlich und diskreditierend war.“

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