270 Besucher erfreuen sich an Friedas Bauernschläue

BALVE - „Ich heiße Frieda Braun – aber ihr könnt mich Frieda nennen, dann haben wir es sofort muckelig hier“, stimmte Karin Berkenkopf in ihrer Rolle als Frieda Braun bei ihrem Programm „Rolle vorwärts“ das Publikum am Freitag im Balver Pfarrheim auf den Abend ein. Es wurden gemütliche Stunden, in denen von Anfang an viel gelacht wurde. Einfach und schlicht gekleidet wirkte sie wie eine graue Maus auf der Bühne. Doch hinter ihrer alltäglichen und harmlosen Erscheinung steckte eine Sauerländer Hausfrau, die Lösungen für alle Lebenslagen hat. Vorgetragen wurden diese mit unvergleichlichem Wortwitz, einem ausdrucksvollen Minenspiel und einer gehörigen Portion an Bauernschläue.

Frieda trägt ihr Herz auf der Zunge, weiß dabei aber auch, dass Burnout ein zu ernstes Thema ist, um darüber Witze zu machen. Deshalb meinte sie nach einer kurzen Erläuterung dazu auch, dass sie über den norwegischen Jungen „Björn Out“ reden möchte.

Noch schlimmer als ausgebrannt zu sein, sei, überhaupt nicht mehr zur Ruhe zu kommen: „Der Motor arbeitet immer weiter, so dass sich das viel Fachwissen immer mehr im Kopf ablagert.“ Und deshalb müssten viele Ältere in ihrem Bekanntenkreis ihren Kopf immer abstützen. Abschalten würde immer schwieriger: „Die Beatrix hat es richtig gemacht.“ Frieda entgeht nichts, hat sie doch festgestellt, dass die Königin der Niederlande an ihrem letzten Arbeitstag die selbe Lampe auf dem Schreibtisch stehen hat wie die Brauns in Winterberg.

Viel Lebenshilfe nahmen die 270 Besucher dieser ausverkauften Vorstellung vom Kolpingsfroum mit nach Hause, wissen sie doch jetzt, wie trotz Grippewelle eine Begrüßung möglich ist und welche Kräuter und Tiere essbar sind, wenn die Eurokrise für Armut sorgt.

Immer wieder konnte die Sauerländerin aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz berichten, zu dem Experten im eigenen Bekanntenkreis beigtragen hatten. Die Kabarettistin wechselte schnell die Themen, um das Publikum von einer Gedankenwelt in die nächste mitzunehmen.

Plötzlich waren alle mittendrin im Kursus „Schwimmen bei Unterwassergesang“. Oder sie fanden sich im Bett von Wigbert mit seiner Mia wieder, in dem das Smartphone bereits einen festen Liegeplatz hat.

Als am Ende Frieda nach Zugaben wieder nach Winterberg und die Zuschauer nach Hause fuhren, lag hinter ihnen ein Abend, mit kurzweiligen Humor – und Frieda ist gerne in Balve. Alle zwei Jahre tritt sie im Pfarrheim mit einem neuen Programm auf.

Von Julius Kolossa

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