Treffen mit anderen Ausbau-Gegnern

Kampf gegen Steinbrucherweiterung: Bürgerinitiative sucht Verbündete

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Machen gemeinsame Sache gegen das Unternehmen Lhoist: (von links) Richard Müller, Jochen Voss, Hans-Dieter Kolossa, Michael Hirt, Christian Stetter, Ralf Kalkreuter, Josef Deinke und Angela Stetter, die Vertreter der Bürgerinitiativen aus Eisborn, Lennestadt und Salzhemmendorf.

Eisborn – Im Kampf gegen die geplante Erweiterung des Hönnetal-Steinbruchs sucht sich die Eisborner Bürgerinitiative gegen die Steinbrucherweiterung (BGS) weitere Verbündete.

So tauschten sich die Verantwortlichen jetzt mit Vertretern der Arbeitsgemeinschaft „Stop Voska“ aus Salzhemmendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont und einer sich zurzeit formierenden Bürgerinitiative aus Lennestadt-Sporke aus. Denn auch dort plant der Lhoist-Konzern als Hersteller von Kalk- und Dolomiterzeugnissen eine Erweiterung seiner Steinbrüche. 

„Alle drei Bürgerinitiativen wenden sich gegen vorgesehene Aktivitäten der Firma Lhoist in den jeweiligen Steinbrüchen, die die Natur und Umwelt, heimische Tierarten, die Trinkwasserversorgung und die Lebensqualität der Anwohner massiv beeinträchtigen. Deshalb ist eine Abstimmung und ein reger Informationsaustausch der Bürgerinitiativen untereinander vorteilhaft und sehr zu begrüßen“, sagt Michael Hirt, Vorsitzender der BGS Eisborn. 

Abbaufläche soll um 39 Hektar erweitert werden

Die Abbaufläche des Steinbruchs Eisborn/Asbeck am Lhoist-Standort Hönnetal soll ab 2023 um 39 Hektar erweitert werden, um laut BGS Eisborn „einen der größten Steinbrüche Deutschlands“ zu schaffen. Zusätzlich würden etwa 40 Hektar als Deponiefläche für den erwarteten Abraum benötigt, der zu einer Halde mit einer Höhe von bis zu 330 Metern aufgeschüttet werden soll. „Durch diese Maßnahmen würden in den kommenden Jahren Mischwald und ökologisch wertvolle Biotope zerstört. Das ist flächenmäßig die Hälfte des Hambacher Forstes und damit in keiner Weise akzeptabel“, so Michael Hirt. 

Darüber hinaus plane der Konzern eine Produktionserhöhung bei der Kalkgewinnung von zurzeit etwa fünf auf jährlich 7,5 Millionen Tonnen. „Die weiteren Belastungen der Anwohner durch zusätzliche Sprengungen und die damit einhergehende Staubentwicklung insbesondere in der dem Steinbruch nahe gelegenen Ortschaft Eisborn ist nach Einschätzung der Bürgerinitiative nicht hinnehmbar“, teilt die BGS Eisborn mit. Besorgt seien die Bürger auch über die möglichen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung durch die geplante Grundwasserentnahme von jährlich rund elf Millionen Kubikmeter. 

Konzern-Vorgehen irritiert Bürgerinitiativen

Das Vorgehen von Lhoist bei der Durchsetzung der Konzerninteressen irritiere alle drei Bürgerinitiativen. „Als wir Lhoist im Juni um die Beantwortung einiger Fragen zur geplanten Wiederaufnahme des Steinbruchbetriebs baten, erhielten wir nur eine ignorante Stellungnahme mit der Kernaussage, dass Lhoist seine Pläne in vollem Umfang umsetzen werde, weil dies für das Unternehmen ökonomisch vorteilhaft sei. Gute Nachbarschaft sieht anders aus!“, sagt Christian Stetter von „Stop Voska“. Auch die Eisborner Initiative hatte sich in der Vergangenheit bereits beschwert, dass an Lhoist gestellte Fragen nicht umfassend beantwortet und Informationen zurückgehalten worden sein. 

Zudem prangert die BGS Eisborn an, dass der Bedarf an Kalkprodukten stark rückläufig sei und sich durch die Umweltpolitik (zum Beispiel Stilllegung der Kohlekraftwerke) sowie wirtschaftliche und technologische Entwicklungen auch nicht mehr erhöhen werde. Einen tatsächlich nachgewiesenen Bedarf gebe es an keinem der drei Standorte, da bereits jetzt große Anteile der Kalkprodukte exportiert würden. „Wir werden weiter die Kontakte zu den Initiativen ausbauen und auch die juristischen Beratungen bündeln“, so Hirt abschließend.

Mehr zur Auseinandersetzung um die geplante Steinbrucherweiterung lesen Sie hier.

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