Kampf gegen Steinbruch-Erweiterung: So ist der aktuelle Stand

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Richard Müller von der Bürgerinitiative erläutert das geplante Erweiterungsgebiet des Steinbruchs.

Eisborn - „Wir versuchen alles rechtlich Mögliche zu erreichen, um eine Erweiterung des Steinbruchs zu verhindern!“

Die Initiative „Bürger gegen die Steinbruch-Erweiterung in Eisborn/Asbeck“ (BGS) um den Vorsitzenden Michael Hirt geht weiterhin entschlossen gegen die Pläne der Lhoist-Unternehmensgruppe vor und weiß dabei eine breite Unterstützerschaft hinter sich. 

So hat die Initiative seit ihrer Gründung vor rund vier Monaten bereits 382 Mitglieder gewonnen. Aus Eisborn, aber auch aus Asbeck und den weiteren Ortschaften, die von der geplanten Erweiterung des Steinbruchs um 86 Hektar betroffen wären. Zu den Unterstützern der Initiative zählt auch Eisborns Ortsvorsteher Martin Danne. Nach aktuellem Stand möchte Lhoist im Jahr 2023 mit den ersten Arbeiten zum Ausbau beginnen. 

Viele Anfragen an Lhoist gerichtet

Viel Arbeit hat der Vorstand der Bürgerinitiative bereits investiert in Anfragen an das Unternehmen, um Informationen über getroffene Maßnahmen gegen Staubentwicklung bei Sprengungen und Fahrzeugbewegungen im Steinbruch zu erhalten, aber auch um Klarheit in Sachen Grundwasser zu erreichen. Elf Millionen Kubikmeter Wasser dürfe das Unternehmen jährlich entnehmen. „Das entspricht dem Bedarf von etwa 250 000 Personen“, hat Bernhard Krutmann, Pressesprecher der Bürgerinitiative, ermittelt. Zurzeit würden laut Lhoist 3,5 Millionen Kubikmeter im Jahr verbraucht. Wenn aber die Steinbrucherweiterung vorgenommen werde, dann auch in die Tiefe: bis etwa 100 Meter und damit unterhalb des Grundwasserpegels. Die BGS fordert deshalb ein hydrogeologisches Gutachten. 

„Wir wollen uns dem Dialog nicht verweigern, aber wir wollen unseren Kenntnisstand erweitern“, sagte Vorsitzender Hirt und erklärte ergänzend: „Leider gewinnen wir den Eindruck, dass von uns erbetene Informationen nicht vollständig erteilt werden.“ Deshalb nahmen die BGS-Verantwortlichen am 8. Juli auch an einem Scoping-Termin teil, bei dem der Umfang der Umweltverträglichkeitsprüfung im Beisein des Märkischen Kreises festgelegt wurde. „Wir haben schon viele Mosaiksteine zusammen getragen. Aber wir haben noch keinen Durchbruch erreicht“, versprach Hirt weiter kämpfen zu wollen. 

Fläche ist seit 1989 geschützt

Denn aus Sicht der Bürgerinitiative sei die vorgesehene Erweiterungsfläche am Beil naturschutzrechtlich relevant – und seit 1989 auch geschützt. Der Kreis hätte zugegeben, so sagt Richard Müller von der BGS, dass damals der Schutzstandard zu niedrig angesetzt worden sei: „Der Bereich Beil ist kein Naturschutzgebiet.“ Am anliegenden Klärteich 6, der ebenfalls der Erweiterung weichen müsste, habe die Landesbehörde für Naturschutz jetzt zwei Höhlensysteme in etwa zehn Meter hohen Steilwänden festgestellt. Dort seien Lebensräume für Fledermäuse und Feuersalamander. 

Wird dort erweitert, falle diese Fläche weg. Stattdessen entstehe an dieser Stelle eine etwa 400 Meter hohe und 40 Hektar große Deponie. Damit wäre diese zehn Meter höher als der Ebberg mit 390 Metern als bisher höchste Erhebung in Eisborn.

Termin

Am Mittwoch, 11. September, findet ab 19.30 Uhr eine weitere Bürgerversammlung in der Schützenhalle in Eisborn statt, bei der die Bürgerinitiative Interessierte über den dann aktuellen Stand des Verfahrens informieren möchte.

Mehr rund um die geplante Steinbruch-Erweiterung lesen Sie hier.

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