Kampf gegen Schweinepest: Balver Züchter treffen Sicherheitsvorkehrungen

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Schweinehalter Thomas Fabry in seinem Stall in Langenholthausen. Um zu verhindern, dass sich seine Tiere mit der tödlichen Schweinepest infizieren, trifft der 24-Jährige verschiedene Sicherheitsvorkehrungen.

Volkringhausen/Langenholthausen/Benkamp - Die Sorge, dass die Afrikanische Schweinepest auch den Märkischen Kreis erreicht, steigt bei den Schweinehaltern in der Region. Unsere Zeitung hat sich bei den heimischen Landwirten Thomas Fabry, der seinen Hof in Langenholthausen hat, Alfred Reinken (Volkringhausen) und Clemens Gödde (Benkamp) umgehört.

„Die Schweinepest macht Sprünge durch Europa“, hat Thomas Fabry festgestellt. Die Seuche, die seit 2014 in den baltischen Staaten und Polen auftritt, verbreite sich immer schneller in den Westen.

Für den 24-jährigen Master-Studenten der Agrarwirtschaft stellt der Fernverkehr die größte Gefahr dar. Verseuchte Lebensmittel wie Wurst oder Schinken könnten bei diesen Touren in den Abfall geraten, den dann ein Wildschwein als Überträger dieser Schweinepest fressen könnte.

„Verstärkte Bejagung der Wildschweine“

Deshalb dürfen diese Tiere nicht mit dem Hausschweinbestand in Kontakt kommen. „Um zu verhindern, dass die Seuche sich weiter verbreitet, ist eine verstärkte Bejagung der Wildschweine deshalb unabdingbar“, fordert Alfred Reinken.

Um das Erkranken der Hausschweine mit dieser und anderen für die Tiere gefährlichen Krankheiten möglichst zu verhindern, wird auf den drei Höfen schon seit Jahren dafür gesorgt, dass keine fremden Erreger in die Ställe gelangen. Die Schweinezüchter achten deshalb auf hohe Hygienestandards. So kommen Besucher ausschließlich in stalleigener Kleidung in den Stall hinein. Straßenkleidung und -schuhe bleiben draußen. Dazu bekommen die Tiere qualitativ hochwertiges Futter. Wildtiere sollen durch Zäune abgehalten.

Sollte sich dennoch ein Hausschwein infizieren, hätte dies dramatische Folgen für den Betrieb: der gesamte Bestand wird geschlachtet, ein Sperrbezirk eingerichtet; außerdem brechen die Preise ein.

„Jetzt können wir nicht mehr viel tun“

In Panik verfällt Clemens Gödde deshalb allerdings keineswegs: „Wir haben alle Vorkehrungen, die möglich sind, getroffen. Jetzt können wir nicht mehr viel tun, müssen abwarten, wie der Seuchenverlauf weitergeht.“

Ein vergleichbares Szenario mit Schlachtungen gesamter Bestände habe es zuletzt beim Ausbrechen der Europäischen Schweinepest vor ungefähr 15 Jahren gegeben, erinnern sich die Züchter aus Balve.

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