Käsebrötchen für einen Außerirdischen

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Manfred Prass und seine Kollegen vom Kreisjugendamt stellten in der Grundschule Langenholthausen das Projekt „Komm, wir finden eine Lösung“ vor. ▪

LANGENHOLTHAUSEN ▪ Wo viele unterschiedliche Charaktere aufeinander treffen, funktioniert das Zusammenleben nicht immer reibungslos. So auch in einer Schulklasse, wie die Grundschule Langenholthausen jetzt erfahren hat.

Um Gewalt und Konflikten vorzubeugen und ein gutes Klassenklima beizubehalten, entschied sich Britta Levermann, Klassenlehrerin des 1. Schuljahres an der Grundschule Langenholthausen, zu dem Projekt „Komm, wir finden eine Lösung“.

Dazu hatte sie Experten des Jugendamtes im Märkischen Kreis eingeladen, die mit den Kindern innerhalb von vier Wochen Präventionsmaßnahmen trainierten. In der Klasse sei zwar alles in Ordnung, berichtete die Lehrerin, aber bei 19 Jungen und nur sieben Mädchen sei Vorbeugung angebracht.

Im Rahmen des Klassensommerfestes stellten Andrea Henze, Manfred Prass und die Praktikantin Katharina Jeibmann vom Kreisjugendamt den Eltern am Freitagnachmittag die Ergebnisse des Projektes auf dem Schulhof vor. Durch ausführliche Informationen waren die Eltern auch von Anfang an am Projekt beteiligt gewesen. In spielerischer und praktischer Weise hatten die Profis vom Jugendamt während der Unterrichtszeit in vier Doppelstunden mit den Jungen und Mädchen gearbeitet. „Dabei haben die Kinder viele neue Erfahrungen gewonnen“, berichtete Manfred Prass. Als Themen seien Gemeinschaft und Regeln, aktives Zuhören, Gefühle und Konfliktbearbeitung behandelt worden, erklärte er. Einblicke in die Gesprächskreise, Rollenspiele, Bildbeschreibungen und Spiele erhielten die Eltern durch Manfred Prass, seine Kolleginnen und die Kinder.

Aber auch die Aktivität der Erwachsenen war gefragt. Beispielsweise war es für die Eltern gar nicht so einfach, einem Außerirdischen (Manfred Prass) zu erklären, wie er sich ein Käsebrötchen belegt. „Darum ist so wichtig, sich deutlich auszudrücken, damit erst gar keine Missverständnisse entstehen“, betonte Prass.

Das Projekt „Komm, wir finden eine Lösung“ wird im Märkischen Kreis seit zwei Jahren für die 1. und 2. Grundschulklasse angeboten. Ähnliche Projekte für höhere Klassen gibt es schon seit längerer Zeit. Mit Prävention müsse jedoch frühzeitig begonnen werden, erklärte Andrea Henze ▪ uba

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