Junge Mutter aus Balve verkauft Drogen

BALVE / UNNA ▪ Wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln musste sich eine 33-jährige Frau aus Balve gestern vor Strafrichterin Katja Frigelj am Amtsgericht Unna verantworten.

Die Frau räumte ein, zwischen Anfang 2010 und April 2011 in 32 Fällen jeweils 50 Gramm Marihuana bei einem Bekannten an der Feldstraße in Unna gekauft zu haben. Die Hälfte der Drogen, so erklärte sie, habe sie kurz darauf an ihren Halbbruder weiterverkauft und dabei pro Gramm einen Euro mehr genommen.

Mittlerweile, so erklärte die Angeklagte, nehme sie keine Drogen mehr. „Ich bin umgezogen, habe mit meinen alten Freunden den Kontakt abgebrochen und auch mit meinem Bruder spreche ich nicht mehr“, sagte die Mutter eines dreijährigen Sohnes. Sie sei schwer krank, gelte wohl als behindert und könne nicht arbeiten, berichtete die 33-Jährige.

Im Prozess wurden auch Zweifel an den Mutter-Qualitäten der Balverin laut. „Ich mache mir schon so meine Gedanken, wenn ich sehe, dass sie Mutter eines kleinen Kindes sind und dann Marihuana rauchen. Dann ist man dull im Kopf und kann sich vielleicht nicht mehr so gut kümmern“, sagte die Richterin. Ob das Jugendamt schon mal vorbei geschaut hätte, wollte die Richterin wissen. Nein, bisher nicht, erklärte die Angeklagte.

Das Gericht verurteilte die Frau zu vier Monaten Gefängnis – setzte die Strafe jedoch auf zwei Jahre zur Bewährung aus. Richterin Katja Frigelj wurde dann jedoch sehr deutlich: „Und das eine kann ich Ihnen sagen. Wenn das mit der Bewährung nicht klappt, dann ist mein erster Anruf beim Jugendamt. Bis dahin drücke ich ihnen jedoch erst einmal die Daumen.“ ▪ jkr

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