Jung und Alt pilgern nach Garbeck

Der Auftritt des Musikkreises war eine Premiere. Unter Leitung der Kirchenmusikerin Sigird Sendler hatten Jung und Alt gemeinsam für den Gottesdienst Lieder einstudiert.

Garbeck -  Auch wenn Willibert Pauels, Gastpriester bei der Sternwallfahrt des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal, allgemein als „Bergischer Jung“ bekannt ist und laut Nummernschildaufdruck „Unterwegs im Namen des Herrn“, so war doch auch für ihn der Blintroper Weg eine Sackgasse. So kam es, dass der Umweg über Balve erforderlich war, und die Messfeier am Montag mit einer kurzen Verspätung begann.

Von Julius Kolossa

Dies tat der guten Laune aller Teilnehmer keinen Abbruch: Vielmehr wurde der Gast herzlich empfangen und am Ende mit stehendem Beifall verabschiedet. Den Applaus hatten sich alle Mitwirkenden auf dem Gelände der Firma Balver Zinn in Garbeck verdient.

Auf den Weg gemacht hatte sich Jung und Alt aus allen Gemeinden des Pastoralverbundes, um gemeinsam unter dem Motto: „Bunt ist die Farbe Gottes: Vielfalt-Freude-Gemeinschaft“ Gottesdienst zu feiern. Dazu hatten sich die Messdiener ihre Gedanken gemacht, und die einzelnen Gemeinden mit farbigem Granulat in Gläsern dargestellt. Die Farben wurden von den Ministranten in ihrer liturgischen Bedeutung erklärt und schließlich in einem großen Glas zusammengeschüttet. Am Ende wurden alle Farben vermischt – und wieder auf die Gemeinden aufgeteilt, um an diesen Pfingstmontag zu erinnern.

Eine Premiere erwartete die Gläubigen ebenfalls: Kirchenmusikerin Sigrid Sendler hatte eigens für diese Wallfahrt einen Musikkreis ind Leben gerufen. Aus dem gesamten Pastoralverbund hatten sich Musiker und Sänger dafür zusammen gefunden, um die Messfeier mitzugestalten.

„Ich bin es wirklich!“, rief Willibert Pauels aus, als er nach der Lesung noch einmal ans Ambo trat, um zu predigen. Dafür setzte er zu Beginn seine schwarzumrandete Brille mit roter Nase als Markenzeichen auf – der Diakon in seinem liturgischen Gewand war doch ein anderer als der in der Bütt. Und um die letzten Zweifler zu beruhigen, kam kurz die „Pappnase“ zum Einsatz. Die Predigt war dann eine gelungene Mischung aus humoristischen Elementen mit Tiefgang über die Drei-Einigkeit.

Nach der Messe war Pauels dann der „Bergische Jung“, der ans Mikrofon trat. 17 Jahre als hauptberuflicher Karnevalist mit bis zu 300 Auftritten in einer Session lagen hinter ihm, bis er kürzer treten musste. Offen sprach er über seine Depression und machte zugleich Mut, sich damit den Ärzten anzuvertrauen. Auch den Unterschied zwischen Rheinländer und Westfale thematisierte der Gast. Mit dem Karnevalsschlager „Heidewitzka, Herr Kapitän“ wurde Willibert Pauels schließlich verabschiedet.

Die Sternwallfahrt übertraf von der Gestaltung bis hin zur Durchführung viele Erwartungen, das betraf auch die Getränkeversorgung. Der dafür zuständige Förderverein der Garbecker Feuerwehr verteilte viele Liter Mineralwasser. Und auch die sechs Helfer des DRK Balve standen bereit, um bei Problemen zur Seite zu stehen.Während der Messe eilten sie zwei Mal Personen zur Hilfe, die unter der Hitze zu leiden hatten.

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