100 Jahre Goldbäckerei Grote: Jubiläumsfeier am 23. Juni

Die Brüder Fritz und Carl Grote vor dem Haus, das sie 1912 erwarben. Im linken Teil des Hauses richtete Fritz Grote seine Schumacherwerkstatt ein, im rechten Teil Carl Grote seine Bäckerei und Conditorei.

LANGENHOLTHAUSEN - Hundert Jahre ist es her – am Donnerstag auf den Tag genau – dass Carl Grote in Langenholthausen seine eigene Bäckerei und Konditorei gründete. Heute zählt die Goldbäckerei Grote zwölf Filialen mit 125 Mitarbeitern und steht für Liebe zum Bäckerhandwerk in der vierten Generation. Die Jubiläumsfeier am 23. Juni in der Balver Höhle ist daher nicht nur eine Firmenveranstaltung, sondern auch eine Familienfeier.

Von Laila Weiland

Etwa 1000 Gäste werden am kommenden Wochenende zu den Feierlichkeiten erwartet – darunter Freunde, Kollegen und viele Verwandte der Familie. „Gut 200 Gäste gehören allein schon zu unsere Familie“, schätzt Juniorchef Carl Grote. „Außerdem kommen Bäcker aus ganz Deutschland, meine beiden Lehrmeister, sowie die Bürgermeister unserer Standorte, Landrat Thomas Gemke und Paul Jäger von Fortuna Düsseldorf“, zählt er einige prominente Gäste auf. Für Unterhaltung werden ab 16 Uhr der Musikverein Amicitia Garbeck, Amante della Musica Menden, die Amigos und verschiedene Solisten sorgen. „Außerdem gibt es die ein oder andere Überraschung für die Gäste“, weiß Grote. Damit auch alle Mitarbeiter an der Feier teilnehmen können, werden die Filialen am 23. Juni schon mittags schließen. Donnerstag, am eigentlichen Geburtstag, gibt es für alle Kunden Brot und Brötchen zum halben Preis.

Sein Ur-Großvater Carl Grote entschied sich in einer wirtschaftlich sehr unsicheren Zeit dafür, in Langenholthausen eine Bäckerei zu gründen. Gemeinsam mit seinem Bruder Fritz erwarb er 1912 das Haus an der Sunderner Straße, die damals noch Hauptstraße hieß. Die Brüder teilten das Haus nach einigen Umbaumaßnahmen 1913 für ihre Gewerbe auf: Links entstand eine Schuhmacherwerkstatt, rechts eine Bäckerei und Conditorei. Im ersten Weltkrieg dienten beide als Soldaten. Carl kehrte 1919 zurück – sein Bruder fiel bei den Kämpfen um Verdun. Im Laufe der Jahre wurde das Haus immer weiter ausgebaut und die Backstube und das Mehllager erweitert. Später folgten eine Garage, ein Kohlelager und ein Anbau an das Wohnhaus, in dem ein Café eingerichtet wurde.

Sein Sohn Karl-Heinz Grote wurde 1951 Bäckermeister und trieb in der Nachkriegszeit den mobilen Handel voran. In der Hungerzeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg belieferte Grote Lebensmittelgeschäfte in Altena, Lüdenscheid, Hagen, Iserlohn und Hemer mit Backwaren. 1978 starb Karl-Heinz Grote an einem schweren Nierenleiden.

Die Zeit darauf beschreibt sein Enkel Carl Grote als besonders schwer, denn sein Vater Charly musste, obwohl erst 18 Jahre alt und gerade mit der Ausbildung fertig, den Betrieb übernehmen. Mit einer Sondergenehmigung konnte er seine Meisterprüfung vorziehen und wurde 1980 jüngster Bäckermeister Deutschlands. Er brachte den Betrieb weiter voran und eröffnete weitere Filialen – 1995 mit Neuenrade die erste außerhalb Balves. Zu der Zeit habe die ganze Familie zusammengehalten, um ihn zu unterstützen, weiß Carl Grote. Das mache auch heute noch die Stärke des Unternehmens aus.

Nun steht wieder ein Generationswechsel an: Ab Januar 2014 wird Carl Grote die Leitung des Familienunternehmens übernehmen – und ist darauf mit einer abgeschlossenen Bäcker- und Konditorausbildung, sowie einem abgeschlossenen BWL-Studium bestens vorbereitet.

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