Jetzt definitiv: Bestattungen kosten mehr

Auch Rasengrabstätten sollen demnächst auf den städtischen Friedhöfen möglich sein.

BALVE ▪ Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch die neue Friedhofsgebührensatzung wie erwartet beschlossen. Damit steigen ab dem 1. Oktober die Gebühren für Bestattungen auf städtischen Friedhöfen und für die Benutzung von städtischen Friedhofskapellen und Leichenhallen.

Die UWG-Fraktion unternahm in der Sitzung noch einmal einen Vorstoß, um die Gebührenerhöhung zumindest erträglicher zu gestalten. Die Stadtverwaltung solle doch noch einmal „mit spitzem Bleistift nachrechnen“, ob die Anhebung tatsächlich in der vorgeschlagenen Höhe notwendig sei, regte UWG-Ratsherr Heinrich Stüeken an. Bürgermeister Hubertus Mühling sah jedoch praktisch keinen Spielraum. „Die Gebührenkalkulation muss rechtssicher sein und wird auch kontrolliert“, sagte er und wies darauf hin, dass der Stadt eine Klage drohe, wenn ihr dabei irgendein Fehler unterlaufe.

Die einzige Möglichkeit, die Kalkulation zugunsten der Gebührenpflichtigen zu beeinflussen, bietet sich durch die Ansetzung des Freizeit- und Erholungswertes der Friedhöfe, die in gewisser Weise ja auch die Funktion eines Parks haben. Diesen Wert hat die Stadt in ihrer Kalkulation mit 10 Prozent angesetzt. Ein höherer Wert würde eine Gebührensenkung zur Folge haben, dann müsste die finanziell ohnehin angeschlagene Stadt die Gebühren aber aus dem laufenden Haushalt subventionieren.

Während sich Heinrich Stüeken bei der Abstimmung enthielt, ließ der Rat die neue Gebührensatzung ansonsten einstimmig passieren. Damit kostet eine Standardbestattung mit Nutzung von Leichenhalle und Friedhofskapelle zukünftig 2481 Euro und damit rund 17 Prozent mehr als bisher.

In derselben Sitzung verabschiedete der Rat einstimmig auch eine neue Friedhofssatzung, die unter anderem neue Möglichkeiten der Bestattung eröffnet. So sind demnächst auf den städtischen Friedhöfen in Balve, Beckum und Volkringhausen auch Beisetzungen auf einer Rasengrabstätte und auf einem Aschestreufeld möglich. Allerdings lassen sich die Kosten für eine Beerdigung dadurch auch nicht unbedingt reduzieren. Eine pflegeleichte Rasengrabstätte ist mit 1492 Euro sogar noch um 222 Euro teurer als ein Reihengrab. Lediglich die Benutzung des Aschestreufelds, auf dem eine Bestattung ohne Urne möglich ist, ist mit 480 Euro eine Variante, die weniger Kosten verursacht. Eine Urnenbestattung schlägt mit 608 Euro zu Buche. ▪ vg

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