Ein Jahr im Waisenhaus in Namibia 

+
Jessica Pulter zeigt auf der Landkarte, wo sie ab August leben wird: Während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres wird in einem Waisenhaus in Namibia 30 Aids-kranke Mädchen und Jungen betreuen.

BALVE -  Auf ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Namibia ab dem 15. August freut sich Jessica Pulter (19). Die Balverin, die demnächst am Beruflichen Gymnasium in Menden ihr Abitur macht, stellt sich dann der Herausforderung, im „Omarurus Children‘s Heaven“, einem Waisenhaus für 30 Aids-kranke Mädchen und Jungen im Alter von eineinhalb bis 18 Jahren, zu arbeiten. „Ich habe Respekt vor dieser Krankheit“, sagt sie. „Angst darf man nicht haben.“

Sie geht davon aus, dass es eine harte Zeit sein wird, in der sie in einem fernen Land Entwicklungsarbeit leisten und anderen ein besseres Leben ermöglichen will: „Auch die kulturelle Umgewöhnung wird nicht einfach sein.“ Und dennoch: Das Freiwillige Soziale Jahr ist ihr Ding. Den Wunsch danach hat sie vor fünf Jahren verspürt, als im Fernsehen ein Jugendlicher über seine Erfahrungen berichtete. Im Juni 2013 hat sich die Balverin dann ausführlich über die Möglichkeiten informiert, und im September bei den „Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiner“ ein dreitägiges Orientierungspraktikum in Karlsruhe gemacht. Diese Organisation ist seit 1993 unter anderem vom Bundes-Jugendministerium als Trägerorganisation für einen solchen Dienst anerkannt, und bietet in Zusammenarbeit mit ausländischen sozialen Einrichtungen freiwillige Sozial– und Friedensdienste im Ausland an. Im Dezember bekam sie die Zusage für Namibia.

Der freiwillige Sozial- und Friedensdienst dauert voraussichtlich ein Jahr, und wird zu 75 Prozent vom Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert. „Für den Rest suche ich mir einen Unterstützerkreis von Privatleuten und Vereinen“, so Jessica Pulter. Und hier kommt die Städtische Realschule ins Spiel, wurde ihr doch hier am Mittwoch von ihrer ehemaligen Fanzösischlehrerin Maria Witte ein Scheck in Höhe von 120 Euro überreicht. Das Geld stammt vom Crêpes-Backen beim Tag der offenen Tür, und wurde nach Rücksprache mit den 25 Schülern nicht für eine Fahrt nach Paris verwendet, sondern als finanzielle Unterstützung für Jessica Pulter gespendet. Maria Witte: „Wir haben dafür die ursprüngliche Summe von 85,16 Euro auf 120 Euro aufgestockt.“

So kommt es, dass ihre ehemalige Schule auch zum Unterstützerkreis gehört, in den jeder einmalig für einen solidarischen Förderfonds Freiwilligendienste spendet. Die aufnehmenden Sozialdienststellen im Ausland können in der Regel aufgrund ihrer finanziellen Lage lediglich für Unterkunft und Verpflegung aufkommen. Aus dem Förderfonds Freiwilligendienste werden vom gemeinnützigen Träger unter anderem Taschengeld, Versicherungs-, Reise-, Betreuungs– und Vorbereitungskosten mitfinanziert, um damit die öffentlichen Mittel zu ergänzen. Der Staat besteht in den entsprechenden Programmen als Voraussetzung seiner Zuschüsse ausdrücklich auf diese eigenen Beteiligung, so dass die junge Balverin fleißig für ihr Projekt Werbung macht. Jessica Pulter wird sich und ihr geplantes Freiwilliges Soziales Jahr am Samstag und Sonntag, 22. und 23. Februar, in den Messfeiern in der St. Blasius-Kirche persönlich vorstellen. Nach diesen heiligen Messen wird eine Türkollekte für sie gehalten.

Im nächsten Jahr will sie dann entweder Soziale Arbeit oder Psychologie studieren: „Mein Berufswunsch ist Kinderpsychologin.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare