Jennifer Lazer schneidet als Lehrgangsbeste der Maler und Lackierer ab

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Jennifer Lazer liebt es, kreativ zu arbeiten. ▪

BALVE ▪ Bei der Freisprechungsfeier der Maler und Lackierer wurde Jennifer Lazer schon etwas mulmig, als ihr Name einfach nicht aufgerufen wurde. Dabei hatte das einen einfachen Grund: Die Lehrgangsbesten wurden zum Schluss geehrt.

Damit hatte die Balverin nun wirklich nicht gerechnet. Immerhin liegt eine Weg hinter ihr, der nicht immer nur geradeaus führte. Die ersten beiden Lehrjahre verbrachte Jennifer Lazer bei Wolfgang Lazer in Balve. Und die wurden von einer einjährigen Babypause unterbrochen. Die 20-Jährige beendete ihre Ausbildung im Malerbetrieb Kittelmann in Neuenrade.

An dem Berufsbild fasziniert sie vor allem die Abwechslung: „Mal ist man drinnen, mal draußen. Keine Baustelle ist wie die andere. Überall findet man andere Gegebenheiten und Kunden vor.“ Ganz zu schweigen davon liebt sie es, kreativ zu arbeiten. Tapezieren, streichen, verputzen, lackieren und lasieren – all das lernte sie in den vergangenen drei Jahren.

Und sie lernte, sich in einer Männerdomäne durchzusetzen. Gerade einmal drei junge Frauen waren in ihrer Berufsschulklasse. Auch in Betrieben und auf Baustellen gibt es nur wenig weibliches Personal. Dabei ist sie überzeugt: „Frauen achten eher auf die Feinheiten. Männer wollen meist schnell fertig werden.“ Nichtsdestotrotz ist sie auf ihre bisherigen männlichen Kollegen gut zu sprechen. „Wenn es darum geht, 40 Kilo schwere Speissäcke zu tragen, lassen die einen nicht hängen.“ Teamwork sei angesagt.

Auch als junge Mutter hat sie es nicht immer leicht. Die Öffnungszeit der Kita überschnitt sich bisher mit ihrer Arbeitszeit. „Da ist man auf andere angewiesen – vor allem, wenn der Lebensgefährte auch im Handwerk ist.“ Froh ist Lazer deshalb, dass sie auf ihre Eltern zählen kann. „Mama und Papa sind die Retter in der Not.“

Lobende Worte hat die 20-Jährige auch für Gesellin Sandra Sackmann. „Voller Hoffnung und Zuversicht hat sie mir vieles beigebracht. Sie hat mir so viel Mut gemacht.“ Denn ihre Zwischenprüfung war noch alles andere als rosig gelaufen. „Das war für mich der Startschuss, zu sagen, jetzt gibst du noch mal Vollgas.“ Gesagt, getan. Und das Ergebnis kann sich nun wirklich sehen lassen.

Übernommen wurde Jennifer Lazer nicht. Aber sie ist es gewohnt, zu kämpfen. Und sie gibt die Hoffnung nicht auf, auch als Mutter einen Job zu finden. ▪ acn

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