Aus der japanischen Großstadt ins beschauliche Balve

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Kosuke Sugihara (Mitte) mit seiner Balver Gastfamilie Edith Schwartzenberg, Rebecca und Rachel Giesen sowie Andreas Giesen (von links).

Balve - Eine neue Welt erschließt sich dem 17-jährigen Kosuke Sugihara momentan in Balve.

Ruhiger und weniger hektisch geht es in der Hönnestadt mit ihren 5280 Einwohnern zu – ein Unterschied für den jungen Mann, der das Leben in seiner japanischen Heimatstadt Saitama mit 1,27 Millionen Menschen gewohnt ist.

Kosuke Sugihara wohnt bei seiner Gastfamilie: Andreas Giesen, seiner Frau Edith Schwartzenberg und ihren Töchtern Rachel, 16 Jahre, und Rebecca, 19 Jahre. Seit deren Bruder David studiert, hat die Familie ein Zimmer frei, das jetzt dem Gastbruder-, beziehungsweise -sohn zur Verfügung steht.

Der 17-jährige Japaner kam über das Austauschprogramm mit der Organisation „Youth for Understanding“ nach Balve. Zuvor aber stand für ihn ein dreiwöchiger Intensivkursus in Hamburg auf dem Programm, um sich auf den Aufenthalt in seiner Gaststadt vorzubereiten.

„Wir lernen viel übereinander“, sagt Andreas Giesen. Die Gastfamilie verständige sich mit Kosuke auf Englisch, Deutsch und mit einer Übersetzungshilfe aus dem Internet. Neugierig sei der Japaner und wissbegierig, erzählt sein Gastvater: „Abends setzt er sich hin und lernt“. Rebecca Giesen hilft ihm, wenn er sich durch seine Schulbücher arbeitet.

Kosuke besucht die elfte Klasse mit Schwerpunkt Sport im Placida-Berufskolleg in Menden. Seine Gastschwestern, die sich jeden Morgen mit ihm auf diesen Schulweg begeben, besuchen andere Klassen des Berufskollegs. Sie berichten: „Er hat bereits sehr gut Anschluss gefunden, und dabei ist er der einzige Japaner auf diesem Kolleg.“

Viele neue Eindrücke kommen auf Kosuke Sugihara jeden Tag zu, und dies nicht nur mit Blick auf die Sprache, sondern auch bezüglich der deutschen Lebensweise. Edith Schwartzenberg erinnert sich an die Überraschung des jungen Japaners, als sie sich kürzlich mit dem Beamten Franz-Josef Griese unterhalten hatte: „Ihr kennt euren Polizisten?“ In Saitama sei der persönliche Kontakt eher begrenzt, berichtete der Austauschschüler.

Und noch etwas ist dem Jugendlichen im Sauerland besonders aufgefallen: „Hier gibt es zu viele Insekten.“ Er habe sich für den Aufenthalt in Deutschland entscheiden, weil ihn die technische Entwicklung hier besonders interessiere, erzählt Kosuke Sugihara. Balve sei ihm als Austauschstadt zugewiesen worden. „Es ist für uns alle eine völlig neue Erfahrung“, stellt Andreas Giesen fest.

Der 17-jährige Gast gehöre jetzt mit zur Familie – mit einem eigenen Wochenplan, zu dem auch die Trainingsstunden für Tischtennis und Badminton gehören. Und auch Spaziergänge mit dem Familienhund Ronni sowie Ausflüge gehören dazu. Außerdem haben ihm seine Gastschwestern bereits eine Karte für das „Festival der Liebe“ in der Garbecker Schüzenhalle besorgt. So taucht der junge Japaner an jedem Tag mehr in den deutschen Alltag ein.

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