Ab Januar in Balve weniger Apotheken-Notdienste

Apotheker Franz W. Vohle.

BALVE ▪ Die Balver müssen sich im neuen Jahr wieder auf einen neuen Notdienstplan der Apotheken einstellen und dabei in Kauf nehmen, dass die Haupt- und Zusatzdienste der Balver Apotheken drastisch zusammengestrichen worden sind.

Seit dem 1. Januar 2005 führen die drei Balver Apotheken den Notdienst gemeinsam mit bis zur vier Apotheken und Lendringsen und bis zu elf Apotheken in Menden durch. In diesem Jahr haben die Balver Apotheken pro Monat noch durchschnittlich 13 Hauptnotdienste (24 Stunden) und 17 Zusatznotdienste (an Werktagen 8.30 bis 20 Uhr, samstags bis 14 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 10.30 bis 12.30 Uhr) geleistet. Ab Januar werden es nur noch durchschnittlich sieben Haupt- und vier Zusatznotdienste sein.

Nach Worten des Balver Apothekers Franz W. Vohle hängt das damit zusammen, dass im Vergleich zum laufenden Jahr in Menden vier Apotheken hinzugekommen sind. Damit teilen sich nun insgesamt 16 Apotheken die Notdienste.

Weitere Wege müssen die Balver dadurch zwar nicht unbedingt in Anspruch nehmen, da alle Apotheken – von der Balver Innenstadt aus gemessen – noch im von der Apotheker-Kammer Westfalen-Lippe festgelegten 20-Kilometer-Radius liegen. Am weitesten ist die Dorf-Apotheke in Menden-Holzen entfernt (19,8 Kilometer). Allerdings kann es vorkommen, dass die Balver häufiger den Weg in die Nachbarstadt antreten müssen, um dringend benötigte Medikamente zu beschaffen. Immerhin bleibt manchen als Alternative auch, abweichend vom Notdienstplan für Balve und Menden, eine eventuell näher gelegene Apotheke beispielsweise in Neuenrade, Werdohl oder Sundern aufzusuchen. Aber auch die eine oder andere Balver Apotheke könnte unabhängig vom Notdienstplan länger geöffnet haben. „Wir handhaben das nicht ganz so restriktiv“, meinte Vohle vielsagend. Ein vorheriger Anruf könnte also weite Wege ersparen.

Ohnehin hat es seitens der Apotheker-Kammer schon Überlegungen gegeben, Balve in den Notdienstplan für den südlichen Märkischen Kreis aufzunehmen. Das hätte aber unter Umständen bis zu 50 Kilometer lange Fahrten bis nach Halver, Schalksmühle oder Kierspe zur Folge gehabt. „Das haben wir abgelehnt“, erklärte Vohle für die Balver Apotheker.

Der neue Notdienstplan gilt nun wieder für zunächst ein Jahr. Danach werde gegebenenfalls unter Berücksichtigung veränderter Rahmenbedingungen ein neuer Plan erstellt, erläuterte Vohle. Dann könnte es zum Beispiel sein, dass abends, nachts und an Wochenenden nur noch Apotheken in der Nähe der geplanten ärztlichen Notfallpraxen geöffnet haben werden. ▪ vg

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