33 Jahre Eisenbahnfreunde Hönnetal: „Wir haben unser Ziel erreicht“

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Seit 33 Jahren bemühen sich die Eisenbahnfreunde Hönnetal um den Schienenverkehr in diesem Bereich. Hier fährt ein Zug in den Bahnhof ein.

Balve - Burkhard Wendel zieht eine eindeutige Bilanz nach 33 Jahren Eisenbahnfreunde Hönnetal: „Wir haben unser Ziel erreicht, und das hieß, die Stilllegung der Hönnetalbahn zu verhindern.“

1985 sah das ganz anders aus, erzählt das Gründungsmitglied, welches mit 19 anderen die „Eisenbahnfreunde“ am 29. April 1985 ins Leben rief. „Die Frage war damals nicht, ob die Strecke stillgelegt wird, sondern nur noch, wann dies geschehen soll.“ 

Gegen dieses Vorhaben gingen die Eisenbahnfreunde, die unermüdlich Briefe an Bundestag, Landtag und vor allem die Bundesbahndirektion schrieben, intensiv vor. „Wir wurde allerdings nicht ernst genommen“, blickt Burkhard Wendel zurück. „Aus heutiger Sicht auch nachvollziehbar, denn wir forderten nur dies und das.“ Dann aber wurde ein moderaterer Ton angeschlagen und Wünsche geäußert. Und diese Wende führte sogar zur Einladungen in die Bundesbahndirektion nach Essen. 

Wendel hat einen prall gefüllten Ordner vor sich liegen, in dem der gesamte Schriftwechsel archiviert wurde. Von Anfang an war er, der gelernte Eisenbahner, für die Pressearbeit zuständig. Als Fahrdienstleiter in Neuenrade, Balve, Binolen, Sanssouci und Lendringsen hat er Schienenbusse und Güterverkehr kennengelernt. „Die Schließung war schon Thema seit den 1980er Jahren, als bundesweit immer mehr auf den Individualverkehr umgestellt wurde, und immer mehr Strecken nach und nach eingestellt wurden.“ 

Schülerverkehr als wichtiger Faktor

Großer Pluspunkt für die Hönnetalbahn sei aber der Schülerverkehr gewesen. „Die Busunternehmer“, berichtete Burkhard Wendel, „gaben auf Anfrage zu erkennen, kein Interesse an der Beförderung der Schüler von Neuenrade nach Menden und zurück zu haben.“ 

So ergab es sich im Laufe eines schleichenden Prozesses, dass die Strecke spätestens nach der Regionalisierung nach der Bahnreform 1994 weiter bestehen konnte. „Wir sind mit der jetzigen Lage ganz zufrieden“, blättert Burkhard Wendel durch die Unterlagen. 33 Jahre hält er in seinen Händen. „Die Züge fahren weiter, und das Angebot ist attraktiv.“ 

Letzter Zug soll später verkehren

Aber dies bedeute nicht, auf diesem Niveau zu verharren. Nein, sein Verein setze sich für einen späteren „letzten Zug“ ein. Dieser fährt bisher täglich um 20.36 Uhr von Balve nach Neuenrade, vorgesehen sei, diesen auf 21.36 Uhr nach hinten zu verschieben: „Wegen dieser zusätzlichen Spätverbindung stehen wir in Kontakt mit dem Zweckverband Ruhr-Lippe.“ Eventuell ab Dezember 2019 könne diese verwirklicht werden.

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