"Tatort" Murmke-Turnhalle

Jagd auf Skorpion mit Klebeband und Sand

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Mit einer Wärmebildkamera machte sich Markus Weber daran, den Skorpion in Ecken und Verstecken ausfindig zu machen.

Balve - Die Jagd auf den Skorpion ist eröffnet. Städtische Mitarbeiter durchsuchen seit Dienstag akribisch die Murmke-Turnhalle. Mit Wärmebildkamera und dicken Handschuhen will man das Tier aufspüren und fangen. Auch ein Bochumer Skorpion-Experte steht den Suchenden mit Rat und Tat zur Seite.

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Heiner Oest vom Bauhof machte sich am Dienstag mit seinem Kollegen Elias Kaderih sowie dem Hausmeister der Murmke-Turnhalle, Matthias Hufnagel, daran, sämtliche Sportgeräte aus den Geräteräumen zu entfernen. Der städtische Mitarbeiter Markus Weber suchte derweil mit der Wärmebildkamera der Feuerwehr in dunklen Ecken und Spalten nach dem Tier.

„Wir suchen die Nadel im Heuhaufen“, so Michael Bathe, Vertreter des Bürgermeisters, der sich ebenfalls vor Ort ein Bild von der Suche machte. Als „glaubwürdig“ stufte er die beiden Balver Tischtennisspieler ein, die am Freitag ihren Fund bei Ernst-Reiner Schulte gemeldet hatten.

„Es ist nicht davon auszugehen, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat“, so der Gebäudemanager der Stadt. Im Gespräch mit einem Skorpion-Experten aus Bochum hätten beide Zeugen das Tier eindeutig beschreiben können, bestätigte Bathe gegenüber des Süderländer Volksfreundes.

Schwarz, etwa 15 Zentimeter groß und ein weißes, in die Höhe ragendes Hinterteil soll das Krabbeltier gehabt haben. Diese Beschreibung ließe laut Experten auch Rückschlüsse auf die Art des Skorpions zu. „Der Experte geht nicht davon aus, dass der Skorpion giftig und somit für Menschen gefährlich ist“, so Bathe weiter. Trotzdem nehme man die Sache sehr ernst, betonte der städtische Mitarbeiter.

Um dem Tier auf die Schliche zu kommen, wurden nun alle Geräte aus den Unterständen entfernt. Doch die Chance, das Tier zu finden, sei relativ gering. Halle, Umkleideräume, sanitäre Anlagen und Geräteräume: Die gesamte Fläche der Murmke-Turnhalle umfasst etwa 500 Quadratmeter, so Hausmeister Hufnagel.

Unterstützung durch Bochumer Experten

Auch die Holzvertäfelung der Wände bietet dem Skorpion ein sicheres Versteck. Diese wolle man aber nicht abbauen oder entfernen. Bathe: „Bei aller Aufregung um den Skorpion muss der Aufwand der Suche im Rahmen des Bezahlbaren bleiben.“ Denn die Kosten für die aufwendige Suche muss die Stadt schultern.

In den kommenden Tagen soll neben der konventionellen Suche zudem Sand und Klebeband zum Einsatz kommen, um den Skorpion zu erwischen. „Vielleicht bleibt der Skorpion am Klebeband kleben“, hoffte Bathe. Oder aber er hinterlässt Spuren im Sand, den die städtischen Mitarbeiter nun dünn auf den Hallenboden auftragen werden. „Wir stehen im ständigen Kontakt mit dem Bochumer Experten und folgen seinen Empfehlungen“, versicherte er.

Sollte der Skorpion bis Anfang kommender Woche weiterhin flüchtig sein, möchte die Stadt die Turnhalle wieder öffnen. Die Vereine und Schulen müssten dann aber selbst entscheiden, ob sie die Halle nutzen. Vorrangig sei jedoch das schnelle Auffinden des Skorpions. „Ein Gutes hat die Aktion auf jeden Fall jetzt schon: Wir können nun mal eine Grundreinigung der Sporthalle vornehmen“, scherzte Bathe. Wer weiß, vielleicht verfängt sich der ungebetene Gast ja dann im Schrubber.

Julius Kolossa und Friederike Domke

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