Klassische Klänge

Italienische Nacht begeistert Opernfans in der Balver Höhle

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Balve - Großer Beliebtheit erfreuen sich die Opernnächte in der Balver Höhle: So war die ungewöhnliche Spielstätte auch am Freitagabend bestens gefüllt, als Musiker aus dem Kreis der Frankfurter Sinfoniker unter der Leitung von Markus Elsner eine „Italienische Nacht" präsentierten.

Nach einem ersten Warmspielen und -singen rückte der Dirigent mit einem kleinen Jubiläum heraus: Zum zehnten Mal gastierte er mit den Frankfurtern vor einem Publikum, das die unterhaltsame Mischung aus Arien und sinfonischen Opernkompositionen zu schätzen weiß. Zum Zehnjährigen ließen die Sinfoniker musikalische Pracht erklingen: Giuseppe Verdis „Triumphmarsch und Ballettmusik" aus der Oper Aida. 200 Sänger, 200 Statisten und der Einmarsch von echten Elefanten blieben allerdings ein schöner Traum. Es war nicht so ganz glaubwürdig, dass diese imposante Originalbesetzung nur aufgrund von Bedenken des Festspielvereins auf den St. Nimmerleins-Tag verschoben wurde.

Italienische Nacht in der Balver Höhle 

Wie seit zehn Jahren üblich wurde die Musik durch Markus Elsners launige Moderationen ergänzt. Bei diesem Gastspiel lieferte er eine aufschlussreiche Einführung in die Liebe, also in den wichtigsten Treibstoff für jede klassische Oper. Es war schon bitter, dass er ausgerechnet dem Bariton, und das hieß an diesem Abend dem charmanten Jorge Martinez, „kaum eine Chance" gab, in der Liebeswelt der Oper zum Zuge zu kommen. „Italienische Oper - das heißt: Die Sopranistin und der Tenor kriegen sich fast immer." Die Rache des Baritons an den Frauen setzte kein geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart in Noten: „240 Frauen in Deutschland, 100 in Frankreich, 91 in der Türkei, 1003 in Spanien" - da ahnte man schon bei der Ankündigung, dass sich Jorge Martinez in den Wüstling Don Giovanni verwandeln würde. „Wenn die Baritöne zum Zuge kommen, dann lassen sie es richtig krachen", scherzte Markus Elsner.

Von Puccini bis Verdi

Es war der junge Giacomo Puccini, der in seinem Schwarzwald-Opernballett „Le Villi" die furchtbare Rache untoter Frauen an einem untreuen Mann in Szene setzte. Der von seinen Lüsten verführte Roberto muss tanzen, bis er tot umfällt. Und auch ansonsten wurde immer wieder deutlich, dass die Liebe in der italienischen Oper anfällig für diverse Pannen ist: Kurz vor seiner Hinrichtung rang der Maler Cavaradossi seiner verzweifelten Lage noch einen ergreifenden Liebesbrief an seine geliebte Tosca ab. Giuseppe Verdis Aida wünschte ihrem Radamès noch „Ritorna vincitor", „kehre als Sieger zurück", und auch diese Geschichte endet bekanntlich schrecklich. Ein sehr schönes Duett lieferten sich Oxana Arkaeva und Jorge Martinez, der als Germont in der Rolle des Schwiegervaters in spe der armen Violetta einredet, dass sein Sohn nicht der Richtige für sie sei. Recht lieblich klang das „Intermezzo sinfonico" aus Pietro Mascagnis Oper „Cavalleria Rusticana", bis Markus Elsner deutlich machte, dass es auch in dieser Oper um „Blut, Eifersucht und Rache" geht.

Einen vergleichsweise entspannten Kontrast lieferten glücklicherweise drei Lieder von Paolo Tosti: „Penso", „La serenata" und das berühmte „Marechiare".

Das Finale der italienischen Opernnacht folgte einem Ablauf, der sich in der Höhle mittlerweile etabliert hat: Freudig begrüßt wurden die Klassiker „O sole mio" und der unsterbliche Gesang an eine Standseilbahn. Zum Zehnjährigen der Opernnacht fuhr sie als Dank für den intensiven Applaus gleich zweimal auf den Vesuv: „Funiculi, funicula".

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