Irrtum beschert Binolen repräsentativen Bahnhof

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Das fast 100 Jahre alte Stellwerk des Bahnhofs Binolen wurde 1995 durch Rückfallweichen ersetzt. Heute ist es wieder betriebsfähig, jedoch ohne Funktion. Die Besucher konnten es deshalb am Sonntag gefahrlos bedienen. ▪

BINOLEN ▪ Obwohl Binolen mit dem grünen Ortsschild im Einwohnervergleich mit umliegenden Dörfern nur eine untergeordnete Rolle spielt, hat doch diese Ortschaft einen Bahnhof, der seinesgleichen sucht. Eigentlich hatte er auch ganz woanders stehen sollen.

„Von seiner Größe ist er sehr repräsentativ für einen Landbahnhof“, informierte Johannes Schmoll von den Eisenbahnfreunden Hönnetal am Sonntag anlässlich des Tags des offenen Denkmals. „Ursprünglich war dieser Bahnhof für Lendringsen gedacht“, berichtete er aus der Geschichte der Hönnetalbahn. Binolen sollte im Jahr 1910 eine wesentlich kleinere Immobilie bekommen, doch dann wurden die Baupläne vertauscht und Binolen erhielt eben diesen repräsentativen Bahnhof. Die Bahn brachte jahrzehntelang Touristen ins wildromantische Hönnetal und transportierte hier abgebauten Kalkstein ab. Deshalb gab es neben dem Empfangsgebäude auch zwei Verladerampen, die eine Verladung an drei Gleisen erlaubten.

Bis 1966 war das Gebäude personell besetzt, dann fiel es in den Dornröschenschlaf. Erst nachdem Professor Michael Schmoll den Bahnhof 1996 gekauft hatte, sich die Eisenbahnfreunde Hönnetal und der Förderverein Kulturbahnhof Binolen des Gebäudes annahmen und nach und nach für die Restaurierung sorgten, ist der Bahnhof wieder ein Schmuckstück geworden.

Das mit der Bahnhofseröffnung im Jahr 1912 eingerichtete Stellwerk blieb in vereinfachter Form bis Mai 1995 erhalten und diente der Bedienung der Weichen 2 und 7 ins Überholgleis. Die Aufgabe erledigte der Zugführer des zuerst eingefahrenen Zuges. 1995 wurden selbst stellende Rückfallweichen installiert und das Stellwerk damit überflüssig. Heute kann es aber wieder betriebsfähig, jedoch ohne Funktion, besichtigt werden.

Davon überzeugten sich am Sonntag die Besucher, die auch mit dem Schienenbus anreisten, und vor Ort eine Fahrt mit der Draisine machen konnten. Im Bahnhofsinneren gab es eine Caféteria und eine Modelleisenbahnanlage. Johannes Schmoll stellte bei seinem Rundgang auch das alte Stellwerk vor und gab anschauliche Einblicke in die richtige Weichenstellung. ▪ JK

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