Ausstellung für Eisenbahnfans

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Die Zugstrecke von Binolen bis Neuenrade mit allen Haltestellen im Zeitraum der 1960er/1970er Jahre hat die Modellbaugruppe der Eisenbahnfreunde detailgetreu nachgebaut.

BINOLEN ▪ Millimeterarbeit: 2000 ausgestanzte Lochabfälle ergaben das Dach des Neuenrader Bahnhofs. Von dieser Präzision können sich Eisenbahnfans noch bis Sonntag im neuen Güterschuppen des Binoler Bahnhofs überzeugen.

Von Binolen bis Neuenrade ist hier die Zugstrecke mit allen Haltestellen im Zeitraum der 1960-er/ 70-er Jahre nachgebildet worden. „Wir haben uns dafür entschieden, weil damals von Dampf- auf Dieselbetrieb umgestellt wurde. Das lässt die meistens Gestaltungsmöglichkeiten zu“, so Ludger Moog und Gerd Hume, die für die Elektrik der Anlage verantwortlich sind. Alfons Blumenkamp kümmerte sich indes um die Landschaftsgestaltung.

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Modellbahn-Ausstellung im Güterschuppen Binolen

Über 142 Meter Gleise wurden für die Ausstellung verlegt, unzählige Arbeitsstunden wurden verbracht mit der Gestaltung der 42 Meter langen Modellbahnanlage. Zum zweiten Mal nach der Landesgartenschau in Hemer wird sie in ihrer ganzen Größe gezeigt – im neuen Güterschuppen ganz genau ausgerichtet in Richtung „Tunnel Binolen“. Und während dort der große Zug fahrplanmäßig ein- und ausfährt, macht dies auch die HO-Version im nachgebauten Tunnel. Bis zu zehn Züge von der Dampflok über den Triebwagen bis hin zur modernen Version können auf dieser Modellbahnanlage fahren; alles im Maßstab 1:87.

Auf die Kleinigkeiten kommt es an, sie machen das Besondere der Anlage aus: ein Känguru, das in der Helle die Post austrägt, zwei angepflockte Ziegen, die auf einer Wiese weiden, Kajakfahrer auf der Hönne, Wanderer und Reiter in Binolen, der Nachbau der Feldhofhöhle, ein Imbisswagen und ganz viele Autos, Lkw und Motorräder im Miniformat. Über 70 Besucher waren es am Donnerstag, die sich nicht satt sehen konnten an dieser Anlage. „Ich gehe jetzt zum dritten Mal herum, und entdecke bei den dargestellten Szenen immer wieder etwas Neues“, sagt ein Besucher, der sich interessiert über einen Schuppen beugt. Dort findet das Abladen eines Traktoranhängers statt: „Sogar die Fahrspuren im Gras sind nachgebildet.“

Mit großen Augen schauen die Jüngsten den Zügen nach, die die Szenerie bereichern. Dampflok, Diesel und moderne Intercity-Züge drehen ihre Runden, und auch der alte Schienenbus ist mit dabei, der ganze Generationen von Schülern nach Menden und Neuenrade gefahren hat. Erinnerungen werden wach –möglich machte dies Gerd Hume, der seit 2002 Mitglied der Eisenbahnfreunde ist und sich in der Modellbaugruppe engagiert. 1988 hätte diese mit dem Bau einer Anlage angefangen, dann sei dieses Vorhaben nicht weiter verfolgt worden, so Hume. „Als ich 2002 auf dem Speicher im Bahnhof stöberte, kamen die alten Modelle und Gleise wieder zum Vorschein“, erinnert er sich. Fertig waren die Stationen Neuenrade, Garbeck, Balve und Volkringhausen, die anderen wurden nach und nach erstellt. Ludger Moog: „Alle Modelle sind Einzelstücke. Für jedes waren wir vor Ort und haben uns auch Lagepläne bei den Behörden besorgt.“ So entstand eine immer größer werdende Anlage. „Ihr Wert liegt bei etwa 50 000 Euro“, schätzt Gerd Hume. „Aber eigentlich ist sie vom Arbeitsaufwand überhaupt nicht bezahlbar.“ Wie viel Arbeit in die Details gesteckt wurde, ist nicht abzuschätzen. „Und diese Anlage ist im Grunde nie fertig“, blicken Hume und Moog auf den Gleisbetrieb im HO-Format. „Es gibt immer etwas zu reparieren oder zu ergänzen.“ Zu sehen ist diese Modellbahn im Güterschuppen-Binolen noch heute und zum letzten Mal morgen jeweils von 14 bis 17 Uhr. - Julius Kolossa

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