Angst vor dem Abbau

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Dicht gedrängt hörten mehr als 150 Eisborner und Asbecker, was die Verantwortlichen der Lhoist-Gruppe zu sagen hatten.

Eisborn - Mehr als 150 Menschen haben am Info-Abend zur geplanten Erweiterung des Steinbruchs im Hönnetal teilgenommen.

Die Chancen für Eisborn und Asbeck, sich gegen die geplante Erweiterung des Steinbruchs durchzusetzen, sehen die Einwohner als gering. Vor allem, weil der Runde Tisch lediglich als Austauschplattform ohne bindende Wirkung anzusehen ist. „Warum nicht eine Bürgerinitiative wie in Sundern gründen?“, fragte einer der mehr als 150 Besucher beim Info-Abend in der Schützenhalle. mit Blick auf die Initiative, die in Sundern einen Steinbruch verhindert hat. „Das wäre schade“, sagte Dr. Zacharias Grote, Werkleiter der Lhoist-Gruppe im Hönnetal, die die Erweiterung plant „Denn das würde den Runden Tisch ersticken.“ 

Kontrovers wurde diskutiert beim „Dialog vor Ort“, zu dem das Unternehmen eingeladen hatte. Dass weder von der Bezirksregierung noch vom Märkischen Kreis ein Ansprechpartner vor Ort waren, ärgerte manchen Eisborner. Die Lhoist-Verantwortlichen betonten, dass dies aber auch „nicht üblich“ sei. Grote erklärte, dass der Stand der Planung noch zwei Jahre zu früh sei, damit sich die Behörden einschalten bei einer Diskussion. Der „Dialog vor Ort“ sei dagegen ein Angebot seines Unternehmens, um frühzeitig mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Denn an einer Erweiterung des Abbaus im Steinbruch Asbeck führe kein Weg vorbei, stellte Lhoist klar. Nur so könne der Standort – und somit Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft – für voraussichtlich weitere 30 Jahre gesichert werden (wir berichteten). 

Dafür sei es erforderlich, die Betriebsfläche um 86 Hektar in Richtung Beil zu erweitern, weil sich in diesem Bereich qualitativ hochwertiger Kalkstein unter einer großen Schicht nicht verwertbarer Erd- und Gesteinsmassen befinde. Letztere sollen am ehemaligen Klärteich gelagert werden. Parallel dazu entstehe eine aufgeschüttete Halde, die nach den Arbeiten wieder aufgeforstet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. 

Immer wieder wurde das frühe Stadium betont, in dem sich das gesamte Verfahren befinde: Zurzeit werde ein Ausgleichskonzept erarbeitet, dann soll die Erweiterungsfläche in den Regionalplan aufgenommen werden. Darauf folgt das Genehmigungsverfahren, die Arbeiten beginnen voraussichtlich 2023. 

Gesichert würden damit Arbeitsplätze von 194 Mitarbeitern, darunter 15 Auszubildende und 50 Fremdarbeiter. „Eine einvernehmliche Lösung“ soll für diese Großbaumaßnahme gefunden werden, die – da waren sich alle einig – mit Lärm und Staub einhergeht. 

Mit Angaben zum Zeitplan und Abbauvolumen hielten sich Grote, Uwe Stichling. Fachabteilung Chemie, und Bernd Langenhorst, Leiter des Steinbruchs, zurück. Weil sich bis zum Abschluss des Genehmigungsverfahren noch einiges ändern werde, könnten eventuell erst in drei Jahren Zahlen genannt werden. „Das ist aber nicht die letzte Veranstaltung“, betonte Langenhorst. 

Dafür hätte Lhoist aber schon viele vorbereitende Maßnahmen getroffen, klagten die Eisborner und Asbecker. So seien im Winter alle 200 Jahre alten Buchen am Beil abgeholzt worden; eine Fläche, die für die Erweiterung eine große Rolle spielt. Hier sah sich Lhoist als Eigentümer im Recht, dort zu handeln, wo es erforderlich sei. „Wir werden einen Waldausgleich im Genehmigungsverfahren erarbeiten“, versprach Uwe Stichling. 

Nichts versprechen konnten die Lhoist-Sprecher hingegen, wie sich in Zukunft die Lebensqualität und die Immobilienpreise in Eisborn entwickeln werden. Dafür sei der Runde Tisch mit sieben Bürgern aus Eisborn und Asbeck, drei Mitarbeitern aus dem Lhoist-Werk und drei Mitarbeitern aus dem Rathaus geplant. Das erste Treffen findet im Sommer statt, ein weiterer „Dialog vor Ort“ im Herbst.

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