Immer mehr Balver messen Radon-Gehalt in ihren Häusern

Jens Timmermann misst die Radon-Belastung im Keller und in der Souterrainwohnung seines Hauses in Eisborn.
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Jens Timmermann misst die Radon-Belastung im Keller und in der Souterrainwohnung seines Hauses in Eisborn.

Balve gehört zu den Orten in Nordrhein-Westfalen, in denen dem Boden erhöhte Radonwerte entweichen könnten. Die Behörden bieten Hausbesitzern Messgeräte an. In Balve machen zunehmend Immobilieneigentümer von diesem Angebot Gebrauch.

Eisborn/Mellen ‒ Helmut Schäfer und Jens Timmermann gehören zu den 271 Balvern, die sich für die Anschaffung eines Exposimeters zur Messung der Radonwerte entschieden haben. „Wir sind nicht besorgt“, versichern sie. Vielmehr wollen beide dazu beitragen, dass eine vernünftige Datenbasis über das Radonvorkommen in Balve zustande kommt.

Helmut Schäfer aus Mellen misst im Wohnzimmer und einem Kellerraum, Jens Timmermann in Eisborn ebenfalls im Keller und in der Souterrainwohnung. Zwei Messröhrchen und einen Holzständer dafür bekamen sie von der Radon-Messstelle für Nordrhein-Westfalen zugeschickt, nachdem sie sich dort für dieses Messverfahren registriert hatten.

Sehr einfache Anwendung

„Es ist ganz einfach erklärt“, fasst Schäfer das Verfahren zusammen, zu dem ein Protokoll und ein Rücksendeumschlag gehört. „Und alles vollkommen lautlos“, fügte Timmermann hinzu. „Ein Jahr lang sollen diese Messröhrchen jetzt stehen gelassen werden.“ Und in dieser Zeit machen die Exposimeter dann ihre Arbeit.

Für Helmut Schäfer ist wichtig: „Es sollen genaue Messdaten für den Raum Balve zusammenkommen.“ Denn sein Heimatdorf Mellen gehört wie Langenholthausen zu den Ortsteilen in Balve, in denen das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) erhöhte Radonwerte im Januar öffentlich gemacht hat (wir berichteten). „Ein Gestein, das verstärkt Radon freisetzt, kommt im äußersten Osten von Balve vor, bei Mellen, Dickenbruch, Kesberg“, teilte seinerzeit die Pressestelle des Ministeriums mit. „Das sagt aber noch nichts über die Radonkonzentrationen in Häusern aus. Es ist nicht möglich, vom Radongehalt im Boden auf den Radongehalt im Haus zu schließen.“ Und deshalb rief auch Bürgermeister Hubertus Mühling die Balver dazu auf, sich an diesem Messprogramm des Landesministeriums zu beteiligen.

Gesundheitsgefährdung möglich

Neben Balve weisen auch Arnsberg und Sundern die höchsten Radonwerte in NRW auf. Radon ist ein natürlich vorkommendes Gas, das im Boden vorhanden ist. Es kann sich gesundheitsgefährdend auswirken, wenn es sich in schlecht belüfteten Räumen ansammelt und über Jahre oder Jahrzehnte hinweg eingeatmet wird.

Die Pressestelle der Radon-Zentralestelle sagt über die bisherige Resonanz auf die Messaktion im Sauerland, bis zum vergangenen Donnerstag (25. Februar) seien 1597 Anmeldungen zum Radon-Messprogamm erfasst worden. Einige Anmeldungen davon enthielten auch die Anmeldung für mehrere Gebäude. 271 Anmeldungen seien aus Balve eingegangen – 54 mehr als noch zwei Wochen zuvor. „Der Anteil der beteiligten Gemeinden, bezogen auf die Gesamtsumme, beträgt 54 Prozent aus Arnsberg, 17 Prozent aus Balve, 15 Prozent aus Sundern und 14 Prozent aus sonstigen Städten im Märkischen Kreis und dem Hochsauerlandkreis“, heißt es in der Mitteilung weiter. Inzwischen habe die Zentrale Radonstelle die Exposimeter für die ersten 600 Teilnehmer versandt. Die Radonstelle erhält weiterhin Anfragen für Exposimeter sowie Anfragen zum Thema „Erklärung/Beratung Radon in Gebäuden“.

Informationen: Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes NRW – Zentrale Radonstelle NRW, Gurlittstraße 55, 40223 Düsseldorf; E-Mail: radon@lia.nrw.de, Telefon: 0 211 / 31 01 12 22; www.radon.nrw.de/messprogramme

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