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Imbiss statt Sterne-Küche: Marvin Jordan setzt auf „ehrliches Kochen“

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Von: Julius Kolossa

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Die zwei Kapitäne bei „Captain Curry“ in Garbeck: Marvin (links) und Olaf Jordan betreiben den Imbiss an der Märkischen Straße.
Die zwei Kapitäne bei „Captain Curry“ in Garbeck: Marvin (links) und Olaf Jordan betreiben den Imbiss an der Märkischen Straße. © Kolossa, Julius

Im „Captain Curry“ an Garbecks kulinarischer Meile, der Märkischen Straße, haben mit Olaf Jordan (54) und seinem Sohn Marvin Jordan (23) gleich zwei Kapitäne das Sagen.

Aber: Mit dem Junior steht an Herd und Fritteuse des Imbisses ein Koch, der zuvor mehr als ein Jahr in der Sterne-Gastronomie im Restaurant Hannappel in Essen gearbeitet hat.

Das Hannappel verfügt über einen Michelin-Stern. Denn dank einer „Küche voller Finesse“, sei das Restaurant einen Stopp wert, heißt es im Guide Michelin. Für Marvin Jordan war der Stopp von einem Jahr im Hannappel lange genug – danach verspürte er das Interesse, zurück in die Heimat zu ziehen, um im elterlichen Betrieb mitzuarbeiten.

Jordan: „Nur die Portionen sind deutlich größer“

„Auch hier ist es ein ehrliches Kochen“, sagt Marvin Jordan im Gespräch mit der Redaktion. „Vom Handwerk ist es hier nichts anderes als im Sterne-Restaurant – nur die Portionen sind deutlich größer.“ Der 23-Jährige hat das Kochen von der Pike auf gelernt, als er nach seinem Hauptschulabschluss in Balve eine Koch-Ausbildung im „Seegarten“ bei Olaf Baumeister in Langscheid machte. Ein Jahr blieb er noch nach seiner Lehrzeit, um Erfahrung zu sammeln. Und diese machte Marvin Jordan im Catering oder bei Kochkursen, die für Gäste angeboten wurden.

Besondere Gerichte wie den „Winter Burger“ kreiert Marvin Jordan für den Imbiss mit großer Vorliebe.
Besondere Gerichte wie den „Winter Burger“ kreiert Marvin Jordan für den Imbiss mit großer Vorliebe. © Kolossa, Julius

Danach war es, wie für Köche üblich, für ihn Zeit für einen Wechsel. „Ich stand dann zwei Jahre im Restaurant Habbels in Sprockhövel am Herd, und seit 2020 war ich im Sterne-Restaurant von Knut Hannappel angestellt.“ Dass er jetzt am heimischen Herd steht, ist für den jungen Koch ein Schritt in die richtige Richtung: „Ich habe einen super Bezug zu meiner Familie.“ Im „Captain Curry“ stellt er die wöchentlich wechselnde Mittagskarte zusammen, kreiert besondere Spezialitäten wie den „Winter Burger“ mit Brioche, Rind, Rotkohl, Preiselbeeren, Süßkartoffelpommes und Mayonnaise. Dabei muss er schmunzeln: „Pommes und Mayo mit Currywurst gehen immer.“

Selbst gemachte Soßen, Frikadellen und Schnitzel

Marvin Jordan richtet auch dieses Gericht ebenso gerne an wie die selbst gemachten Soßen, Frikadellen und Schnitzel. „Er ist eine Bereicherung“, schwärmt sein Vater. „Unser Imbiss sollte von Anfang an ein Synonym für gutes Essen sein, und Marvin trägt jetzt dazu bei.“ Dabei habe „Captain Curry“ eigentlich nichts mit der Vorliebe für Seefahrt zu tun. Olaf Jordan: „Das war damals ein Geistesblitz von mir.“

Und damit fand er seine Erfüllung, die in der „Post“ in Werdohl als Koch-Auszubildender und Koch begann. Danach kochte er in der „Dechenhöhle“ und war anschließend sieben Jahre bis 2002 als Küchenleitung im Werdohler Altenheim Haus Versetal tätig. Seit nunmehr 19 Jahren ist er selbstständiger Imbiss-Gastronom – und zufrieden: „Es ist schön, wenn man zum Beispiel mit einem gut gemachten Schaschlik den Kunden glücklich machen kann.“

Fünf-Gänge-Menüs in Planung

So sieht es auch der Junior-Captain. Für ihn soll „Captain Curry“ auch weiterhin Bestand haben: „Dass dieser Name auch weiterhin besteht, das ist mein Ziel.“ Dabei träumt er auch davon, demnächst Fünf-Gänge-Menüs anzubieten. „Dann aber mit dem richtigen Equipment“, Marvin Jordan will seinen Gästen den perfekten Service anbieten, den er in ein oder zwei Jahren in die Tat umsetzen will. Unterstützung erhält er von seinem Vater: „Das passt zu unserem Konzept.“

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