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„Ich wohne in einem Terrorhaus“: Balver muss sich vor Gericht verantworten

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Von: Jana Peuckert

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Der Angeklagte berichtete im Gerichtssaal, sein Handy sei von Mietern, mit denen er im Clinch liegt, gehackt worden.
Der Angeklagte berichtete im Gerichtssaal, sein Handy sei von Mietern, mit denen er im Clinch liegt, gehackt worden. © Fabian Sommer/dpa

„Ich stech dich ab. Ich mache deine Tochter und dich fertig.“ Diese Drohung soll ein 52 Jahre alter Mann aus Balve am Nachmittag des 6. Mai vergangenen Jahres in seinem Wohnhaus einem Nachbarn gegenüber geäußert haben.

Am selben Abend, gegen 19.14 Uhr, soll der Mann dann gegen mehrere Türen getreten und eine Klingelleiste abgerissen haben. Entstandener Schaden: 1100 Euro.

Zum krönenden Abschluss soll er schließlich noch ein parkendes Auto zerkratzt und einen Schaden von etwa 2200 Euro verursacht haben. 1800 Euro sollte der Balver deshalb laut eines Strafbefehls wegen Bedrohung und Sachbeschädigung zahlen.

Stress mit einigen Mietparteien

Doch der Mann legte Einspruch ein und so kam es jetzt zur Verhandlung im Amtsgericht Menden. Dort gab der 52-Jährige das Zerkratzen des Fahrzeugs sofort zu: „Ich habe das Auto beschädigt, weil ich wütend war.“ Aber: „Ich habe keinen bedroht. Ich versuche immer stets ruhig zu bleiben.“ Der Angeklagte erzählte, in einem „Terrorhaus“ zu wohnen. Dort hätte er Stress mit einigen Mietparteien. Ein paar Mieter hätten sich auch gegen ihn verbündet und sein Handy gehackt, sodass er nicht mehr habe telefonieren können.

Nach dem Vorfall war er in die Hans-Prinzhorn-Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Hemer eingewiesen worden. Ein Arzt soll Schizophrenie beim 52-Jährigen diagnostiziert haben. Zudem soll der Balver Stimmen hören.

Gutachten wird erstellt

Während der Verhandlung im Mendener Amtsgericht wurde deutlich, dass der Angeklagte Schwierigkeiten hat, dem Geschehen wirklich zu folgen. Er antwortete kaum klar auf Fragen, was wiederum eine weitere Frage aufwarf. Nämlich die, ob der 52-Jährige überhaupt vernehmungsfähig ist.

Um diesbezüglich Klarheit zu bekommen, unterbrach die Richterin die Hauptverhandlung. Bis zu einem neuen Termin soll ein Gutachten bezüglich des psychischen Zustandes des Angeklagten eingeholt und Zeugen geladen werden.

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