Hungerstreik mitten in Balve: Ahmad Amir Jlelati seit Montag vor dem Rathaus

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Seit Montag sitzt Ahmad Amir Jlelati vor dem Balver Rathaus, um seinen Sohn wiedersehen zu können.

Balve - Vor dem Balver Rathaus ist seit Montag der 40-jährige Ahmad Amir Jlelati im Hungerstreik.

Der vor zwei Jahren aus dem syrischen Aleppo Geflohene hat sich direkt vor dem Haupteingang mit Decke und Rucksack ein Quartier gemacht. „Ich bleibe hier, bis mein Sohn Zein wieder kommt“, sagte er zu unserer Zeitung. Seine Frau und die Mutter des inzwischen siebenjährigen Jungen und der sechs Monate alten Tochter Ailen Ashtea hat sich vor etwa einem Jahr von ihrem Mann getrennt und ist aus der gemeinsamen Wohnung in Beckum ausgezogen.

Der Mann macht vor dem Rathaus auch auf zwei großen Tafeln auf sein privates Schicksal aufmerksam, auf denen er seine Empfindungen in Worten und mit Fotos seines Sohnes zusammenfasst. Fast jeder Rathausbesucher bleibt stehen und wirft einen Blick darauf.

„Jeder darf sich so verhalten, wie er möchte, wenn er dadurch andere nicht belästigt“, teilte Marcus Kauke, Ordnungsamtsleiter, zu diesem Vorgang mit, der sich fast direkt vor seinem Büro abspielt. In diesem Fall handele es sich um ein laufendes Asylverfahren, der Mann sei im Rathaus durch sein Verhalten nicht in bester Erinnerung geblieben. Mitarbeiter der Stadt hätten ihm außerdem bereits mitgeteilt, dass für ihn das Jugendamt und das Familiengericht zuständig seien.

„Niemandem wird hier geholfen“, sagt stattdessen der syrische Vater. Er will seinen Hungerstreik auf unbestimmte Zeit fortsetzen und auch vor dem Rathaus schlafen. Seine Unterkunft in Beckum stehe ihm ebenso wie seine Sozialleistungen weiterhin zur Verfügung, stellte Marcus Kauke dar.

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