Hündin Fips hilft Demenzkranken

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Bärbel Eilers und ihre Hündin Fips haben sich gesucht und gefunden.

Balve - „So einen Hund hatte ich auch einmal“, freut sich ein Besucher des Demenz-Cafés darüber, Fips zu sehen. Die braune Hündin kommt auf ihn zu und lässt sich streicheln. Auch als der dementiell erkrankte Mann fester ins Fell greift, kneift Fips nur die Augen zu, hält aber sonst still.

Kein Laut ist von ihr zu hören, sie sitzt einfach da und lässt den Mann gewähren. Erst nachdem Frauchen Bärbel Eilers ihrem Vierbeiner mit Augenkontakt signalisiert hat, dass es genug ist, steht dieser ganz langsam auf und kommt auf sie zu.

Fips ist dreieinhalb Jahre alt und ein Labrador-Cangal-Mix. Gefunden haben sich Bärbel Eilers und das Tier bei einem Türkei-Urlaub vor zweieinhalb Jahren: „Der Tierarzt hat ihm die Diagnose ‘todgeweiht’ gestellt. Ich aber gab ihm neuen Lebensmut.“ Und als dann die Hündin nach und nach wieder neuen Mut und Spaß am Leben gefunden hatte, habe sich herausgestellt, dass sie eine Seele von Tier sei. „Sie hat ein ganz ruhiges Wesen“, sagt Bärbel Eilers. „Vor allem: Sie zieht Menschen anderen Hunden vor.“ Jung und Alt können mit ihr in Kontakt kommen: „Ich bin aber immer in der Nähe.“

Ohne Worte läuft die Verständigung dann zwischen beiden ab. Ein Augenaufschlag von ihr genügt, um dem Hund zu verstehen zu geben, dass er sich eine Ruhepause vom Knuddeln und Streicheln nehmen darf. Auch Heike Guth-Mindhoff, Vorsitzende des Vereins „Treffpunkt Demenz Balve“, der das Demenz-Cafés unterhält, ist begeistert von Fips. Dabei sieht sie auch, was dieses Tier bei den dementiell erkrankten Besuchern bewirken kann: Sie werden lockerer, entspannter, fangen an zu reden.

Und auch wenn Fips gerne als Therapiehund bezeichnet wird, hat sie doch keine solche Ausbildung. Im Frühjahr steht ihr seine Prüfung als Begleithund nach einjähriger Vorbereitung bevor. Danach wird Bärbel Eilers ihr Tier weitere eineinhalb Jahre zum „Mantrailer“ (Personensuchhund) ausbilden lassen. - Von Julius Kolossa

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