„Hospital gehört zu Balve“

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Milena Parade und Lars Weißer wissen die schnelle Hilfe bei Sport- oder Schulunfällen im St. Marien-Hospital zu schätzen. ▪

BALVE ▪ Die Demonstration für das St. Marien-Hospital ist Geschichte – das Haus selbst soll es nicht werden. Eindrucksvoll haben am Sonntag rund 3000 Menschen diesbezüglich ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht (wir berichteten).

„Es werden täglich Milliarden Euro ausgegeben, aber für unser St. Marien-Hospital ist kein Geld da“, bemängelten Ursula und Peter Pampuch im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es muss wegen der kürzeren Wege und der persönlicheren Ansprache erhalten bleiben.“

Für Heinrich Springer waren die Krankenhaus-Mitarbeiter in den vergangenen 40 Jahren die Ansprechpartner in Sachen Gesundheit: „Mit der Versorgung bin ich sehr zufrieden. Auch nachfolgenden Generationen soll hier noch geholfen werden.“ Für Frank Wassmuth steht fest: „Das St. Marien-Hospital gehört einfach zu Balve – ich bin hier geboren worden.“ Auch die jüngere Generation will das Krankenhaus erhalten. Milena Parade und Lars Weißer: „Hier wird bei Sport-Verletzungen oder auch bei Schul-Unfällen geholfen.“

Am Sonntag bekundeten die Demonstranten lautstark ihre Verbundenheit mit dem Hospital – doch dazu passten nicht die Beispiele, die Dr. Gregor Schmitz, Vertreter der niedergelassenen Ärzte, während der Diskussion in der Realschul-Aula vorstellte. Er berichtete von vielen Fällen, in denen die Grundversorgung in Balve, die weitere Behandlung aber in anderen Häusern vorgenommen wurde. Die ärztliche Versorgung erschien vielen Patienten offenbar in anderen Häusern besser. Der Fachärztemangel und seine Auswirkungen auf Balve seien nicht von der Hand zu weisen, doch stellte Dr. Hans-Hellmut Baumeister, Chirurgie-Oberarzt fest: „Ich habe in den fünf Monaten seit Dienstantritt im Haus eine Begeisterung und Motivation erlebt, die unabdingbar für unsere Arbeit ist.“

Gerechnet wird in Iserlohn, eine eigene Verwaltung für Balve gibt es nicht. Dr. Ludger Schulte: „Hier fehlt ein Ansprechpartner.“ Von ihm kamen Vorschläge, die zur Existenzsicherung beitragen könnten: Er schlug vor, den Narkosedienst am Wochenende mit Zeitkonten zu regeln, um bei Bedarf auch außerhalb des Dienstplans operieren zu können.

Der Geschäftführer der Hospitalvereinigung, Thomas Wülle, betonte, dass nur durch eine Steigerung der Auslastung die Existenz des Hauses gesichert werden könne. 2011 wurden 3000 Patienten behandelt: „In Wimbern waren es 4400“. Schuld am Verdrängungswettbewerb trägt nach seiner Meinung die Politik. „Weitere Reduzierungen sind hier nicht möglich.“ Bisher war die Wirtschaftlichkeit durch den Verbund gegeben: „Von der Ausstattung her sind wir saniert.“ Aber: „39 Prozent der Balver nutzen andere Krankenhäuser“, so Wülle.

Ob und wie es mit dem Haus weitergeht, soll nun eine Unternehmensberatung in Erfahrung bringen. Bis Ende Januar soll ein Konzept fertig sein, das die weitere Entwicklung beschreibt. ▪ Julius Kolossa

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