Honert regiert im Kreis nach dem 126. Schuss

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Die Proklamation des neuen Kreis-Regenten Stephan Honert fand in der Balver Höhle. ▪

BALVE ▪ Stephan Honert, Regent der Schützenbruderschaft Heilige Drei Könige Garbeck, gewann am Samstagnachmittag das Kreiskönigsschießen an der Balver Höhle. 126 Schuss waren nötig, bis der hölzerne Aar von der Stange herabfiel.

In einem langen Schützenzug präsentierten sich zuvor die Regenten und ihr Gefolge aus insgesamt 26 Schützenvereinen und -bruderschaften den Balvern. Sicherlich hätten noch mehr Zuschauer dem Umzug zugejubelt, wären nicht kurz zuvor dicke Regentropfen auf die Straße geprasselt. So standen nur kleinere Menschengruppen entlang der Strecke - von der alten Schule bis zum Schießstand am Balver Felsendom - dicht gedrängt unter schützenden Hauseingängen oder Mauervorsprüngen, um nicht allzu nass zu werden.

Ein für Balver Schützeninteressierte eher ungewöhnliches Bild zeigte sich im anschließenden Schießwettbewerb – unter den Kreiskönigsanwärtern waren auch drei Frauen vertreten. So traten vom Schützenverein Herscheid, dem Bürgerschützenverein Lössel sowie dem Bürger- und Schützenverein Hüingsen Königinnen beziehungsweise Kaiserinnen an den Schießstand. Eine der Frauen war es auch, die ein erste Raunen unter die Menge gehen ließ – Marianne Wessel (Hüingsen) schmetterte ein dickes Stück Holz aus dem Rumpf des Königsvogels. Nur wenige Schuss später fiel die erste Insignie: Udo Biermann (Iserlohner Bürger-Schützen-Verein) trennte das Zepter des Vogels vom Rest des Körpers. Der Insignien-Schützen sorgte im Anschluss für eine unfreiwillige Stunteinlage. Mit seiner Trophäe in der Hand missglückte der Versuch, vom glitschigen Wiesenhang unter der Vogelstange rutschfreien Fußes auf den sicheren Schotterweg zu kommen. Auch der zur Hilfe eilende Engelbert von Croy konnte die Bauchlandung des Schützen nicht mehr verhindern und wurde stattdessen mit umgerissen. Die beiden gingen zu Boden wie jubelnde Fußballer beim bekannten „Diver“ - nahmen's aber mit Humor. Kurz vor Ende des ersten Durchgangs fiel auch noch der rechte Flügel (Udo Langenhorst; BSV Westig).

Ein weiterer Jubelsturm brach gleich zu Beginn des zweiten Durchlaufs los, als Jens Niehoff (Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve) den Apfel aus luftiger Höhe abschoss. Es schien ein schnelles Schießen zu werden, als wenige Schüsse später der linke Flügel (Dirk Siebel; BSV Deilinghofen) zu Boden fiel. Doch zwei weitere Durchgänge hielt der hölzerne Aar stand, der zu Beginn des fünften Durchlauf schwer angeschlagen im Kugelfang hing. An einem kleinen Holzfädchen baumelte der kümmerliche Rest der einst stolzen Trophäe und verkraftete dennoch drei weiteren Treffer - bis Stephan Honert zum finalen Schuss anlegte.

„Was gibt es Schöneres, als in Balve den Vogel von der Stange zu holen?“, fragte der frisch gebackene Kreiskönig in der anschließenden Proklamation. „Nicht viel“, räumte er ein, „außer man schießt ihn in Garbeck ab“, spielte er humorvoll auf die „feindliche“ Beziehung zwischen Balvern und Garbeckern an, die ähnlich der der Dortmund- und Schalke-Fans sei, scherzte Honert.

Susanne Riedl

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