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Hönnewiesen werden bebaut: Rat stimmt für umstrittenes Baugebiet

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Von: Julius Kolossa

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Wo jetzt noch Schafe grasen, soll auf den Hönnewiesen bald gebaut werden.
Wo jetzt noch Schafe grasen, soll auf den Hönnewiesen bald gebaut werden. © Kolossa, Julius

Mit großer Mehrheit sprach sich der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochabend in der Garbecker Schützenhalle dafür aus, den Bebauungsplan für die Hönnewiesen öffentlich auszulegen und so das umstrittene Neubaugebiet endgültig auf den Weg zu bringen.

23 Ratsmitglieder stimmten in geheimer Abstimmung für das neue Baugebiet, sechs dagegen. Für die fünf Mitglieder der SPD-Fraktion hatte zuvor Fraktionsvorsitzender Cay Schmidt erklärt, warum die Sozialdemokraten das Projekt momentan ablehnen: „Es ist für uns kein endgültiges Nein – wir fordern nur eine Verschiebung der Bebauung, bis die Retentionsmaßnahmen wirken.“ Denn der Hochwasserschutz – bisher auf der bislang als Grünfläche genutzten Fläche nicht gegeben – sorgte auch in der Ratssitzung noch einmal für Diskussionen.

„Erst sollte der Hochwasserschutz erfolgen mit einem Damm oder einer Aufschüttung, dann sollte mit der Bebauung begonnen werden“, forderte Heinrich Stüeken (UWG). Dem entgegnete Bürgermeister Mühling (CDU), dass Hochwasserschutz bereits im Bebauungsplanentwurf vorgesehen sei. Und Mathias Jedowski, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte: „Die Untere Wasserbehörde und auch der Ruhrverband stellten in ihren Gutachten bei der vorzeitigen öffentlichen Auslegung fest, dass sämtliche Vorgaben für hochwassergerechte Bebauung eingehalten werden.“

Anwohner hatten gegen Baugebiet protestiert

Nach den Protesten von hochwassergeplagten Anwohnern gegen das Bauprojekt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses Umwelt und Bau, sagte Jedowski dazu: „Es ist verständlich, dass diese vor dem Hintergrund des Jahrhunderthochwassers im Juli 2021 emotional gemahnt haben.“ Die Schäden an den Häusern seien groß gewesen, doch es werde jetzt alles von der Stadt Erforderliche getan, um solche Auswirkungen zukünftig zu vermeiden. „Es werden Ausweichflächen geplant und auch umgesetzt.“

Der CDU-Politiker selbst sprach sich für eine Bebauung der Hönnewiesen aus. „Es gibt dafür zahlreiche Bauwillige. Wir wissen, dass Wohnraum gebraucht wird, und wir können an dieser Stelle Wohnraum schaffen.“

Anwohnerin wäre für SPD-Vorschlag gewesen

Das Abstimmungsergebnis nahm Cäcilia Siedhoff als Zuhörerin zur Kenntnis. Sie hatte sich im Umwelt- und Bauausschuss als eine betroffene Anliegerin zu Wort gemeldet und ihre Bedenken gegen die Ausweisung dieses Areals als Bauland geäußert, nachdem auch sie im Juli vom Hönne-Hochwasser betroffen war. „Der Vorschlag der SPD ist gut“, sagte Siedhoff im Gespräch mit der Redaktion. „Man sollte abwarten, bis alle Maßnahmen zum Hochwasserschutz abgeschlossen sind, dann erst die Bebauung zulassen.“

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