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Hönnetalradweg: Panorama-Trasse als Option?

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Von: Julius Kolossa

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Fahren Radler bald über eine Panoramatrasse oberhalb der Hönnetalbahn auf rund fünf Kilometern von Volkringhausen nach Oberrödinghausen? Zumindest die Verantwortlichen des Naturhistorischen Vereins Hönnetal können sich das gut vorstellen.
Fahren Radler bald über eine Panoramatrasse oberhalb der Hönnetalbahn auf rund fünf Kilometern von Volkringhausen nach Oberrödinghausen? Zumindest die Verantwortlichen des Naturhistorischen Vereins Hönnetal können sich das gut vorstellen. © Allhoff-Cramer

Nachdem die Idee vor rund 15 Jahren geboren wurde, soll 2022 endlich der Hönnetalradweg mit einem einheitlichen Logo von der Quelle in Neuenrade bis zur Mündung in die Ruhr bei Fröndenberg ausgewiesen werden.

Der aufgrund der Enge und Topografie problematische – rund fünf Kilometer lange – Abschnitt von Volkringhausen durch das Hönnetal nach Menden-Oberrödinghausen wird dabei ausgespart und durch eine alternative Streckenführung umfahren. Für genau diesen Bereich bringt jetzt aber der Naturhistorische Verein Hönnetal (NHV) eine neue Möglichkeit ins Spiel.

Geht es nach den NHV-Verantwortlichen, verläuft die Strecke von Sanssouci nach Oberrödinghausen aufgeständert als sogenannter Panorama-Radweg oberhalb der Trasse der Hönnetalbahn. Einen entsprechenden Entwurf stellte Adalbert Allhoff-Cramer, Geschäftsführer des Naturhistorischen Vereins, jetzt der Redaktion vor. „Die Grundidee ist ganz einfach: Von Sanssouci bis Oberrödinghausen führt die Route auf einem Niveau oberhalb der Bahntrasse. Der Platz dafür reicht aus. Nur die Tunnel müssten umfahren werden“, so Allhoff-Cramer.

Schon drei mögliche Trassenführungen verworfen

Für den Abschnitt zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen wurden über die Jahre bereits drei mögliche Trassenführungen vorgestellt – und jeweils wieder verworfen, weil sich diese nicht realisieren ließen. Eine vierte Variante möchte die Stadt Balve, die die Planungen für den Radweg federführend vorantriebt, noch in diesem Jahr präsentieren.

Die Bahn fährt durch das Hönnetal und oberhalb die Radfahrer. So wünscht es sich der Naturhistorische Verein.
Die Bahn fährt durch das Hönnetal und oberhalb die Radfahrer. So wünscht es sich der Naturhistorische Verein. © Allhoff-Cramer

Die Planungen sehen den Abschnitt von Volkringhausen nach Oberrödinghausen als bundesstraßenbegleitender Radweg an der B 515 vor. Weil große Teile des Hönnetals unter Naturschutz stehen und die Eingriffe in die Natur so weit wie möglich minimiert werden sollen, gestaltet sich die Aufgabe ingenieurtechnisch äußert schwierig, eine realisierbare Trasse zu finden.

Neuralgischer Abschnitt wird zunächst umfahren

Während also nun die vierte Variante in Arbeit ist, soll der Radweg dennoch ausgewiesen und der neuralgische Abschnitt dabei umfahren werden. Die Alternativroute führt von Volkringhausen über die Straße „Am Kar“ über das Beckumer Feld nach Eisborn und durch die Asbeck und von dort nach Oberrödinghausen, wo es bereits einen Radweg entlang der Bundesstraße gibt. „Ich finde die Aktivitäten der Stadt Balve sehr verdienstvoll“, lobte Adalbert Allhoff-Cramer. „Man sollte aber auch mögliche Alternativen prüfen, und vor allem den Prüfkorridor auf den Bereich oberhalb der Bahntrasse erweitern.“

Für den vom NHV vorgelegten Vorschlag spreche, dass diese Trasse sich am besten in die Landschaft einfüge. Immerhin verschwinde die Bahn zu fast 50 Prozent hinter Bäumen und in Durchbrüchen. Dass der Binoler Tunnel und der Uhu-Tunnel im Bereich des Straßenabzweigs nach Deilinghofen von den Radlern umfahren werden müssen, sei unverzichtbar. In Oberrödinghausen müsste der Radweg dann über bauliche Maßnahmen wieder auf das Höhenniveau der Bundesstraße geführt werden. Hier bedürfe es noch einer kompetenten Machbarkeitsstudie, so Allhoff-Cramer. Zu möglichen Kosten für diesen Radweg-Abschnitt konnte er auf Nachfrage keine Angaben machen. „Dieser Panorama-Radweg wäre ein Highlight in ganz NRW, und der Besucherverkehr im Hönnetal würde endlich vernünftig gelenkt“, sagte Allhoff-Cramer stattdessen.

Realisierungschancen wohl eher gering

Die Realisierungschancen der NHV-Variante dürften trotz möglicher touristischer Vorzüge sehr gering sein. Denn der Landesbetrieb Straßen.NRW könnte diesen Vorschlag wahrscheinlich nicht als bundesstraßenbegleitenden Radweg anerkennen. Aber nur ein solcher – 2,15 Meter breit und asphaltiert – wird vom Bund zu 100 Prozent gefördert. Denn touristische Ziele verfolgt Straßen.NRW mit dem Hönnetalradweg in erster Linie nicht. Dem Landesbetrieb geht es vor allem darum, Verkehrsteilnehmer regelmäßig zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad zu bewegen.

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