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Hönnetalradweg: Alternativroute spart problematischen Bereich aus

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Von: Julius Kolossa

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Die Enge macht Probleme: Für den Radwegabschnitt zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen wird seit vielen Jahren nach einer Lösung gesucht - bislang vergeblich.
Die Enge macht Probleme: Für den Radwegabschnitt zwischen Volkringhausen und Oberrödinghausen wird seit vielen Jahren nach einer Lösung gesucht - bislang vergeblich. © Kolossa, Julius

Bereits 2007 haben sich die Bürgermeister von Neuenrade, Balve, Menden und Fröndenberg dafür ausgesprochen, einen Hönnetal-Radweg entlang des Flusses von der Quelle der Hönne in Neuenrade bis zur Mündung in die Ruhr in Fröndenberg zu realisieren. Seitdem laufen die Planungen.

Probleme macht dabei wegen der enge des Tales der etwa fünf Kilometer lange Abschnitt von Volkringhausen durch das Hönnetal zur Kirche nach Menden-Oberrödinghausen. Jetzt liegt eine Alternativroute vor, die diesen problematischen Bereich ausspart.

„Diese Strecke liegt auf dem Radweg NRW. Sie verläuft bereits über das ,Kar’ in Volkringhausen ins Beckumer Feld nach Eisborn. Von dort in die Asbeck und dann nach Oberrödinghausen, wo an den bereits vorhandenen Radweg angebunden wird“, erläutert Markus Höhmann, im Balver Rathaus zuständig für das Radwegenetz, auf Anfrage der Redaktion. Die Ausweisung dieser Route solle noch in diesem Jahr erfolgen.

An einer Trassenführung durch das Hönnetal wird weiterhin geplant

„Zeitgleich wird allerdings weiter an einer Trassenführung durch das Hönnetal geplant“, so Höhmann. Diese sei eine bauliche Herausforderung in diesem Naturschutzgebiet: Eng und nah an die Bundesstraße 515 soll ein bundesstraßenbegleitender Radweg mit 2,50 Metern Breite entstehen. „Diese neue Variante des Hönnetalradwegs muss passen“, weiß auch Bürgermeister Hubertus Mühling (CDU) um den neuralgischen Punkt dieses Projekts.

Bis nach Volkringhausen hinein existierte eine Routenplanung für den Hönnetalradweg. Hier müsste dann der bundesstraßenbegleitende Radweg bis nach Oberrödinghausen beginnen. Bis dieser realisiert ist, können Radfahrer den gefährlichen Abschnitt umfahren, indem sie hinter der Ampel rechts in die Straße Am Kar abbiegen.
Bis nach Volkringhausen hinein existierte eine Routenplanung für den Hönnetalradweg. Hier müsste dann der bundesstraßenbegleitende Radweg bis nach Oberrödinghausen beginnen. Bis dieser realisiert ist, können Radfahrer den gefährlichen Abschnitt umfahren, indem sie hinter der Ampel rechts in die Straße Am Kar abbiegen. © Kolossa, Julius

Das Logo für diesen Hönnetalradweg, der dem Verlauf der Hönne von Neuenrade folgt, wurde im Sommer vergangenen Jahres von der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Hönnetal bereits der Balver Politik präsentiert. Jetzt soll unter diesem Logo zumindest schon mal die Strecke mit der Alternativroute über Eisborn ausgewiesen werden. „Ein Radweg durch ein Naturschutzgebiet ist aber möglich“, stellt Höhmann fest, dass bundesweit Lösungen für solche Radwege bereits gefunden und auch umgesetzt worden seien.

Drei Varianten vorgestellt, alle wurden verworfen

Mit dem Fahrrad durch das Hönnetal zu fahren, und dies auf einem eigenen Radweg – die Planungen dafür werden seit Langem von Balve als angrenzende Kommune federführend betrieben. Drei Trassenführungen sind bisher vorgestellt, aber jeweils abgelehnt worden. Keine entsprach den Vorgaben der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde sowie der Wasserbehörde. Seit 2020 wird ein ökologisches Gutachten erstellt und es wurden auch Vermessungen vorgenommen. „Es geht darum, dass die ingenieurtechnischen Planungen den Eingriff in Natur und Landschaft ausgleichen“, so Mühling. Er betont: „Hier geht es um einen Quadratmeter genauen Eingriff.“ Mit diesem Radweg sieht er eine Aufwertung der Naturschönheit Hönnetal, aber auch die Verbesserung der Infrastruktur: „Dann könnten auch Berufspendler vom Auto auf das Rad umsteigen.“ Der Verlauf der dann vierten Trasse durch das Hönnetal soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

Hönnetalradweg: Arbeitsgemeinschaft befasst sich mit der touristischen Ausgestaltung

„Es ist wirklich eine so tolle Tour, mit vielen Highlights unterwegs und jede Stadt hat ihren Charme.“ Anna Schulte ist ganz begeistert vom Hönnetalradweg und betont, dass das Projekt touristisch ganz wichtig sei. Sie und Kollegin Mailin Hachenberg sind Touristikerinnen der Stadt Balve und leiten die Geschäftsstelle Hönnetal/Sauerland Touristik. Die beiden sind Mitglied im Hönnetal-Team. Das ist die touristische Arbeitsgemeinschaft mit Vertretern der Hönnetalstädte Neuenrade (Margarete Kind), Balve (Geschäftsstelle), Hemer (Diana Naumann), Menden (Jessica Braun) und Fröndenberg (Hubert Sallamon), die Geschäftsstelle ist in Balve. Diese Truppe befasst sich auch mit der touristischen Ausgestaltung des Hönnetalradwegs, welcher die Städte miteinander verbindet und für die Anbindung an den Ruhrtalradweg sorgt. Der Radweg ist „ganz wunderbar“, aber im engen Hönnetal auch mit Gefahren verbunden. Deshalb haben die Balver, welche sich federführend um den Radweg kümmern, auch Alternativen entwickelt, wie Anna Schulte erläutert. Man habe die Radfahrer da nicht alleine lassen wollen. So biete man eben an, von Balve aus einfach das Fahrrad in die Hönnetalbahn einzuladen und sich so einen Teil der malerischen Strecke zu erschließen. Wer das nicht wünsche, für den habe man jetzt die Alternative entwickelt, den kritischen Bereich über Eisborn umfahren zu können. Anna Schulte betont, dass das Projekt Hönnetalradweg noch ganz am Anfang stehe, aber sehr viel Potenzial habe. Im Neuenrader Stadtrat gab es bei der jüngsten Sitzung am Mittwochabend im Saal des Hotels Kaisergarten dazu eine umfassende Informationsvorlage mit entsprechendem Kartenmaterial einschließlich Höhenmetern.

Die eventuell wieder für September vom ADFC Menden vorgesehene Fahrrad-Demo von Balve durch das Hönnetal bis Menden sieht der Bürgermeister positiv: „Ich bin dafür zu zeigen, dass viele aus der Gesellschaft großen Bedarf an diesem Radweg haben.“

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