Kritischer Blick auf die Lebensmittelindustrie

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Interessiert verfolgten die Besucher zunächst den Film, um dann anschließend über alternative Möglichkeiten der Versorgung mit Lebensmitteln zu diskutieren.

Balve - Anlässlich der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit präsentierte die kürzlich gegründete Initiative „Hönnetal im Wandel“ am Dienstag den Film „Food, Inc. – Was essen wir wirklich?“. Gezeigt wurde in dem Film, wie Lebensmittel heutzutage industriell hergestellt werden und was das für Auswirkungen auf die Menschen – die Landwirte wie die Verbraucher – hat. Auch dem Agrarkonzern Monsanto war ein Teil der Dokumentation gewidmet.

Derzeit konsumieren Menschen zu jeder Jahreszeit diverse Gemüse- und Obstsorten, auch wenn diese gar keine Saison haben. Mehr als 47 000 Produkte gebe es im Angebot, doch tatsächlich handele es sich hierbei mehr um Illusionen als um reale Lebensmittel, hieß es im Film.

Die Industrie gewähre keine Einsicht in die Herstellung und Herkunft der Produkte sondern lasse den Verbraucher im Unklaren. Damit sei nicht nur die Gesundheit gefährdet. Um die Kosten möglichst gering zu halten, würden die Produktionen gleich gehalten. Alle Produkte seien genormt: gleiche Größe, gleiches Gewicht.

Mittlerweile kontrollierten nur noch drei bis vier Konzerne den Markt. Kleine Firmen und Bauern würden geschluckt. Die Tierhaltumg sei nicht artgerecht, doch auf Geheiß des Konzerns gewähre kein Viehzüchter Einblick in die Zucht. Die kleinen Farmer hätten keine Wahl, sie müssten sich den großen Konzernen beugen, um ihre Kredite zu tilgen. „Wir sind Sklaven in unseren eigenen Betrieben“, klagten Farmer in den USA.

Was Verbraucher oftmals gar nicht wüssten: In fast allen Produkten der Industrie sei mittlerweile Mais enthalten. Sogar in Windeln, Batterien und Cola. Die Tiere bekämen billiges Getreide, damit sie in kurzer Zeit fett werden. Dabei sind Kühe eigentlich Grasfresser. Durch das künstliche Futter könnten sich Krankheiten sich schneller verbreiten. Damit würden Lebensmittel auch zu einer Gefahr für die Menschen.

Da die Nahrungsmittel Salz, Fett und Zucker in der freien Natur nur selten zu finden sind, aber in der Lebensmittelindustrie übermäßig produziert und verkauft werden, neige der Konsument zu Fettleibigkeit und Diabeteserkrankungen seien die Folge.

Zur Diskussionsrunde waren dann Bernhard Oberle der Verbraucherzentrale, Biolandbauer Guido Simon (Sundern) und Futterberater Martin Cordes anwesend. Sie beantworteten Fragen und rieten den Gästen, die Landwirte in der Region zu unterstützen. „Kaufen Sie Bio-Produkte“, der Zuwachs an solchen Lebensmitteln aus der ökologischen Landwirtschaft sei enorm. Diese Produkte könnten helfen, die Welte zu retten.

Ganz wichtig sei es, regional zu kaufen und auch einmal den Wochenmarkt zu besuchen, um zu sehen, welches Gemüse und Obst gerade verfügbar ist. Denn es gebe Winter- und Sommergemüse und nach diesem Rhythmus der Jahreszeiten solle man es verzehren. Damit unterstütze man die Erzeuger und schütze gleichzeitig seine Gesundheit.

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