Hönne-Brücke muss für 214 000 Euro saniert werden

+
Das Bauwerk „Helle, Kruse-Kalk“ ist marode und wird Dienstag auch die Mitglieder des Bauausschusses beschäftigen. Sie sollen die Sanierung beschließen. Gestern war die Brücke gesperrt, da baugrundgeologische Untersuchungen durchgeführt wurden.

BALVE - Der Ausschuss für Umwelt, Planung und Bau soll kommende Woche Dienstag beschließen, dass die Brücke „Helle, Kruse-Kalk“ im Sommer komplett erneuert wird.

Die Brücke ist einem sehr schlechten Zustand, schon in 2009 wurde festgestellt, dass die Stahlträger stark verrostet sind. Seitdem wird überlegt, ob eine Sanierung oder ein kompletter Neubau wirtschaftlicher ist.

Im Herbst 2012 hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt Balve festgestellt, dass das nordöstlich gelegene Widerlager großflächig unterspült ist. Aufgrund dieser Unterspülung steht die Widerlagerwand schief. Die Stahlträger sind so stark verrostet, das das Material dadurch geschwächt ist. Eine Schutzbeschichtung ist auch nicht mehr vorhanden. Eine Sanierung dieser Stahlbauteile sei nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand zu realisieren, schreibt die Verwaltung. Die gesamte Brücke müsste während der Sanierung eingehaust werden, um das Gewässer der Hönne zu schützen.

Keiner der entnommenen Bohrkerne erreiche die notwendige Mindestdruckfestigkeit. In einem Widerlager ist ein Beton verbaut, der heute bei tragenden Bauteilen nicht mehr verwendet wird. Die Verwaltung schreibt: „Dieser Beton ist für ein Bauteil im Brückenteil nicht zulässig.“ Eine Sanierung der Unterbauten sei aufgrund der massiven Schäden und der minderwertigen Betonqualität unmöglich. Im Dezember vergangenen Jahres wurde als Sofortmaßnahme die zulässige Belastung der Brücke auf zwölf Tonnen reduziert. Als Endergebnis dieser Voruntersuchung ist klar, dass die Brücke nicht saniert werden kann, sondern neu gebaut werden muss.

Um alle Möglichkeiten der Kostenminimierung zu prüfen, so die Verwaltung, habe die Ingenieursgesellschaft Thomas & Bökamp verschiedene Varianten zur Erneuerung untersucht. Sechs Varianten gibt es, die Verwaltung schlägt die Ausführung Nummer zwei vor. Die sieht vor, die Widerlager und eine Überbauplatte neu zu bauen, aber auf einen Mittelpfeiler zu verzichten. Die Fahrbahnbreite soll drei Meter betragen. Dafür stehen 214 200 Euro Brutto-Baukosten an, das ist die zweitgünstigste Variante. Knapp 1000 Euro preiswerter wäre noch eine Variante mit einer Beschränkung auf 30 Tonnen. Im Haushaltsplan ist noch von der Variante 3 ausgegangen worden, die einen Mittelpfeiler vorsieht. Das hätte dann 226 100 Euro gekostet.

Zu den Baukosten kommen in jedem Fall noch etwa 47 000 Euro Kosten für Planungs- und Ingenieurleistungen und Baugrunduntersuchungen.

Abschließend schreibt die Verwaltung: „Der Hochwasserabflussquerschnitt wird durch die Konstruktion ohne Mittelpfeiler verbessert. Der Brückenquerschnitt ist mit drei Meter Breite und einem um 35 Zentimeter vergrößerten Abstand zwischen den Geländern für einen Einbahnverkehr der Anlieger, des landwirtschaftlichen Verkehrs sowie für eine Nutzung als zusätzliche Feuerwehrzufahrt zur Firma Kruse ausreichend dimensioniert.“

Von Volker Heyn

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare